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Star Wars - Episode IV - Eine neue Hoffnung

Die gebundene Ausgabe „Star Wars: Movie Collection – Episode IV: Eine neue Hoffnung: Der offizielle Comic zum Film“ versammelt die US-Hefte Star Wars (1977) #1–6 und präsentiert damit eine der frühesten Comicadaptionen von Star Wars: Episode IV – A New Hope. Geschrieben unter anderem von Roy Thomas und visuell umgesetzt von Howard Chaykin sowie weiteren Künstlern, ist dieser Band weniger eine moderne Neuerzählung als vielmehr ein faszinierendes Zeitdokument aus der Entstehungsphase eines weltumspannenden Mythos.


Inhaltlich folgt der Comic eng der bekannten Filmhandlung: Der junge Luke Skywalker träumt von einem Leben jenseits der staubigen Ödnis Tatooines, bis ihn die Begegnung mit Obi-Wan Kenobi in einen galaktischen Konflikt zwischen Rebellion und Imperium zieht. Gemeinsam mit Han Solo, Chewbacca sowie den Droiden R2-D2 und C-3PO macht er sich auf, Prinzessin Leia Organa aus den Fängen Darth Vaders zu befreien – und wird schließlich selbst zu einem entscheidenden Hoffnungsträger im Kampf gegen den Todesstern. Die Dramaturgie ist kompakt, zielgerichtet und orientiert sich klar an der Filmstruktur, wobei der Comic das Geschehen teilweise gerafft, teilweise mit erzählerischen Kommentaren ergänzt. Gerade diese Erzählertexte verleihen der Geschichte einen leicht pathetischen, fast pulpigen Ton, der stark an die Science-Fiction-Comics der 1970er-Jahre erinnert.


Besonders spannend ist die visuelle Umsetzung. Da die Comics 1977 erschienen, also in unmittelbarer Nähe zum Filmstart, war die ikonografische Bildsprache des Franchise noch nicht vollständig gefestigt. Einige Figuren wirken in Mimik und Proportionen leicht verfremdet, Kostüme und Schauplätze sind nicht immer hundertprozentig filmgetreu getroffen. Doch genau darin liegt ein Teil des Reizes: Man erkennt die Versuche, eine neue, noch nicht kanonisierte Welt grafisch zu definieren. Howard Chaykins kantiger, dynamischer Stil sorgt für Energie in den Actionszenen, während ruhigere Momente stärker von Dialog und Bildkomposition getragen werden. Die Farbgebung ist kräftig und kontrastreich, was dem Band einen unverkennbaren Retro-Charme verleiht.


Allerdings zeigt sich auch, warum die durchschnittliche Bewertung bei 3,0 von 5 Sternen liegt. Aus heutiger Perspektive wirken manche Dialoge hölzern oder übermäßig erklärend, was teilweise dem Medium geschuldet ist, teilweise aber auch dem damaligen Erzählstil. Die Charaktere erreichen nicht immer die emotionale Tiefe, die der Film durch Musik, Schauspiel und Inszenierung entfaltet. Gerade ikonische Szenen – etwa die Konfrontationen zwischen Obi-Wan und Darth Vader oder der finale Angriff auf den Todesstern – entfalten im Comic weniger epische Wucht als auf der Leinwand. Wer also eine besonders atmosphärische oder neu interpretierte Version der Geschichte erwartet, könnte enttäuscht werden.


Dennoch besitzt dieser Sammelband einen erheblichen nostalgischen und historischen Wert. Er dokumentiert, wie früh die Geschichte von Luke Skywalker ihren Weg in andere Medien fand und wie Künstler jener Zeit versuchten, das filmische Abenteuer in statische Bilder zu übertragen. Für Sammler, Comic-Historiker und eingefleischte Fans von Star Wars ist die Ausgabe daher eine lohnenswerte Ergänzung. Sie ist weniger als eigenständiges Meisterwerk zu verstehen, sondern vielmehr als kulturelles Artefakt – eine Momentaufnahme der Popkultur im Jahr 1977.


Insgesamt bietet die „Movie Collection“ eine solide, wenn auch nicht makellose Adaption eines der einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten. Wer sich auf den Retro-Stil einlässt und Freude an der frühen Comicästhetik hat, entdeckt hier eine charmante, historisch bedeutsame Variante von „Eine neue Hoffnung“.