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LEGO Technic 42173 – Koenigsegg Jesko Absolut Grey Hypercar


Das Vorbild


Der Koenigsegg Jesko Absolut ist kein gewöhnlicher Sportwagen. Das schwedische Hypercar gilt als eines der schnellsten straßenzugelassenen Fahrzeuge der Welt, mit einer theoretischen Höchstgeschwindigkeit jenseits der 500 km/h-Marke und einem Kaufpreis von rund drei Millionen US-Dollar. Was das Fahrzeug optisch wie technisch von der Konkurrenz abhebt, sind unter anderem seine charakteristischen Dihedral-Synchro-Helix-Türen: Beim Öffnen drehen sie sich gleichzeitig um 90 Grad und schwingen nach außen – ein mechanisches Kunststück, das selbst Nicht-Autofans ins Staunen versetzt. Dass LEGO dieses Fahrzeug für die Technic-Linie lizenziert hat, ist eine mutige Wahl – und setzt die Erwartungen entsprechend hoch.


Verpackung und erster Eindruck


Die Box ist von mittlerer Größe und zeigt auf der Vorderseite das fertige Modell in der klassischen Frontalansicht. Die Rückseite präsentiert das Heck mit weit geöffneten Türen sowie kleinformatige Abbildungen der Spielfunktionen und des echten Fahrzeugs. Im Inneren findet man sieben nummerierte Polybeutel und eine übersichtliche Bauanleitung, die zusätzlich einige Seiten mit Hintergrundinformationen zum echten Koenigsegg enthält – eine schöne Geste, die das Set auch für Autobegeisterte ohne tiefes LEGO-Vorwissen interessant macht.


Design und Optik


Mit 28 cm Länge, 13 cm Breite und 8 cm Höhe ist das fertige Modell kompakt, aber keineswegs winzig. Es liegt gut in der Hand, lässt sich leicht bewegen und macht auch auf dem Regal noch etwas her. Die Proportionen des echten Fahrzeugs werden angemessen wiedergegeben, wenngleich die charakteristisch geschwungene Karosserie des Originals im Technic-Stil naturgemäß etwas eckiger und kantiger ausfällt. Das ist kein Versäumnis von LEGO, sondern liegt im System begründet: Technic-Modelle leben von Funktionen, nicht von organischen Formen.


Ein kleines Haar in der Suppe ist die Farbgebung der grauen Version. Das dunkle Grau wirkt auf manchen Betrachtenden eher trist, und die orangefarbenen Akzente können das optisch nur bedingt ausgleichen. Wem Farbe wichtig ist, der greift besser zur weißen Variante desselben Sets (42184), die zum gleichen Preis erhältlich und ansonsten baugleich ist. Beide Versionen haben ihre Berechtigung, doch die weiße Ausführung wirkt frischer und lebendiger.


Baukonstruktion und Mechanik


Hier zeigt das Set, was wirklich in ihm steckt. Der Bauprozess ist für ein Modell in dieser Preisklasse überraschend reichhaltig und technisch durchdacht. Im Mittelpunkt steht ein V8-Motor mit beweglichen Kolben, für den LEGO eigens neue Bauteile entwickelt hat: einen gelben Gabelstift und einen hellgrauem Offset-Nocken. Zusammen erzeugen sie eine glaubwürdige Kolbenbewegung, die sichtbar wird, sobald man die hintere Motorhaube öffnet. Zusätzlich ist ein vollständiges Differenzial verbaut, das die Bewegung auf die Hinterräder überträgt – ein echtes technisches Highlight, das grundlegende Fahrzeugtechnik auf anschauliche Weise erklärt.


Das absolute Herzstück des Modells ist jedoch die Nachbildung der Dihedral-Synchro-Helix-Türen. LEGO löst diese Herausforderung mit einem Zahnstangenmechanismus, der Kegelzahnräder in einer senkrechten und einer waagerechten Achse verbindet. Das Ergebnis ist verblüffend: Die Türen drehen sich beim Öffnen gleichzeitig nach außen und nach oben – genau wie beim echten Koenigsegg. Der Mechanismus funktioniert am fertigen Modell sehr zuverlässig und ist ein echtes Gesprächsstück. Ergänzt wird das Ganze durch eine lenkbare Vorderachse, die über einen abnehmbaren Knopf auf dem Dach bedient wird – ein praktisches und intuitives Feature, das besonders jüngere Bauende begeistert.


Bauerlebnis


Der Bau selbst dauert in der Regel zwischen eineinhalb und zwei Stunden – für 801 Teile eine zügige, aber nicht gehetzt wirkende Zeit. Die sieben Baustufen sind gut aufeinander abgestimmt, und die Anleitung führt klar und verständlich durch den Prozess. Wer das erste Mal ein Technic-Modell zusammenbaut, findet hier einen idealen Einstieg: Die wichtigsten Konzepte der Linie – Zahnräder, Differenzial, Kolbenmechanik – werden auf engem Raum erfahrbar, ohne dass man dabei überfordert wird.


Ein kleiner Hinweis für ungeduldige Bauende: Der Türmechanismus auf beiden Fahrzeugseiten ist leicht unterschiedlich aufgebaut und verlangt konzentriertes Lesen der Anleitung. Wer hier vorschnell vorgeht, muss möglicherweise zurückbauen. Das ist kein gravierender Kritikpunkt, aber eine Stelle, an der sich etwas mehr Sorgfalt bezahlt macht.


Spielwert und Ausstellungsqualität


Als Spielzeug überzeugt das Modell auf ganzer Linie. Die öffnenden Türen, die aufklappbare Motorhaube, der zugängliche Kofferraum und die funktionierende Lenkung bieten reichlich Beschäftigung. Ein besonderer Vorteil bei kleineren Technic-Autos ist, dass alle Mechanismen gleichzeitig einsehbar sind: Öffnet man Türen, Haube und Kofferraum gleichzeitig, sieht man Kolben, Differenzial und Zahnräder in Aktion – nichts bleibt verborgen hinter dichter Karosserie. Das macht das Modell zu einem kleinen Lernlabor.


Als reines Ausstellungsstück ist das Set etwas weniger überzeugend. Die kompakte Größe und der mittlere Detailgrad lassen es auf dem Regal neben größeren Technic-Flaggschiffen etwas verloren wirken. Wer ein imposantes Display-Modell sucht, ist mit einem der teureren Hypercars der Linie besser bedient. Für alle, die hauptsächlich bauen und spielen wollen, ist das jedoch kein Problem.


Preis und Fazit


Mit einem UVP von 52,99 Euro in Deutschland ist das Set fair bepreist. Für ein lizenziertes Modell mit Funktionsmechanik, neuen Sonderbauteilen und einem so eigenwilligen Türmechanismus geht der Preis absolut in Ordnung.


Das LEGO Technic 42173 Koenigsegg Jesko Absolut ist kein perfektes Displaymodell und kein Fahrzeug, das jeden Winkel des echten Hypercars präzise nachbildet. Aber es ist etwas, das in dieser Preisklasse oft wichtiger ist: ein wirklich spaßiger, lehrreicher und technisch inspirierender Bausatz, der Groß und Klein gleichermaßen begeistert. Wer die Technic-Linie kennenlernen möchte, findet hier einen idealen Einstieg. Wer sie bereits kennt und liebt, wird auch dieses Modell ins Herz schließen – spätestens wenn die Türen zum ersten Mal ihren charakteristischen Schwung vollziehen.