Mit Star Wars Episode VI: Die Rückkehr der Jedi-Ritter legt Panini Comics die Comic-Adaption des legendären Kinofinales der klassischen Star-Wars-Trilogie vor, die auf den US-amerikanischen Originalheften Star Wars: Return of the Jedi (#1–4, 1983) basiert. Wer die Comicadaptionen der ersten beiden Episoden bereits kennt, weiß, was ihn erwartet: eine werkgetreue, atmosphärische Umsetzung eines der bedeutendsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten im Panelformat.
Die Handlung folgt dem Film eng und ohne nennenswerte Abweichungen. Prinzessin Leia, Chewbacca, Lando Calrissian, Luke Skywalker sowie die unverzichtbaren Droiden R2-D2 und C-3PO planen und vollführen die halsbrecherische Befreiung des eingefroren gefangenen Han Solo aus dem Palast des Gangsterkönigs Jabba the Hutt. Kaum ist die Gruppe wieder vereint, wendet sich der Blick zurück auf den alles entscheidenden Kampf gegen das Imperium, das fieberhaft an der Vollendung eines zweiten, noch gewaltiger dimensionierten Todessterns arbeitet. Fraction – nein, hier natürlich die Drehbuchvorlage von Lawrence Kasdan und George Lucas – liefert eine Dramaturgie, die auch in Comicform nichts von ihrer epischen Wucht verloren hat.
Was diese Adaption besonders interessant macht, ist ihr historischer Kontext. Die vier Originalhefte entstanden 1983 parallel zum Kinostart und dienten damals nicht zuletzt als eine Art erweitertes Begleitmaterial für ein Publikum, das den Film noch nicht gesehen hatte oder ihn im Bild festhalten wollte. Diese Entstehungsgeschichte merkt man dem Band durchaus an: Der Zeichenstil ist ein Kind seiner Zeit, geprägt von der dynamischen, aber bisweilen etwas schematischen Marvel-Ästhetik der frühen Achtziger. Detailverliebtheit und Ausdrucksstärke der Figuren schwanken von Panel zu Panel, und wer die visuelle Üppigkeit moderner Comicproduktionen gewohnt ist, muss sich kurz eingewöhnen.
Dennoch besitzen diese Seiten einen ganz eigenen Charme. Die flächigen Farben, die charakteristischen Schraffuren und die lebhafte Panelaufteilung verbreiten jenes nostalgische Knistern, das Sammlerherzen höher schlagen lässt. Gerade für Fans, die mit der Originaltrilogie aufgewachsen sind, dürfte das Blättern durch diesen Band ein echtes Heimkehrgefühl auslösen. Es ist Comic-Geschichte im buchstäblichen Sinne.
Erzählerisch gelingt die Verdichtung des Filmstoffs auf vier Hefte erstaunlich gut. Die wichtigsten Schlüsselszenen – der Kampf über dem Sarlacc-Schlund, die Waldmonde von Endor, die finale Konfrontation zwischen Luke und Darth Vader vor den Augen des Imperators – sind allesamt vorhanden und werden mit angemessenem Gewicht inszeniert. Natürlich bleibt dabei manches auf der Strecke, was den Film emotional so tief macht: die ruhigen Momente, die Blicke, die Stille vor dem Sturm. Das ist dem Medium und dem damaligen Tempo der Heftproduktion geschuldet und kein eigentlicher Vorwurf.
Als Sammelband bietet Panini hier ein rundes, gut aufbereitetes Paket für Star-Wars-Enthusiasten, Comichistoriker und alle, die ihre Liebe zur Galaxis weit, weit entfernt auch auf Papier ausleben möchten.
Fazit: Die Rückkehr der Jedi-Ritter als Comicadaption ist kein Ersatz für den Film, aber ein liebenswertes, historisch wertvolles Dokument einer Ära, in der Comics und Kino noch auf ganz unmittelbare Weise miteinander kommunizierten. Für Fans der klassischen Trilogie und Liebhaber von Vintage-Marvel-Ästhetik eine klare Empfehlung.