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Mit Taxi Chaos 2 versucht das Genre der Arcade-Taxi-Spiele ein modernes Comeback. Der Titel knüpft klar an Klassiker wie Crazy Taxi an, will aber mehr sein als nur Nostalgie. Auf der PlayStation 5 verbindet das Spiel rasantes Fahrgefühl, chaotische Stadtdynamik und moderne Progressionssysteme zu einem Erlebnis, das gleichermaßen begeistert wie herausfordert – allerdings nicht ohne Schwächen.

Die Handlung dient vor allem als Rahmen für das Gameplay. In einer futuristischen Großstadt schlüpfen Spieler in die Rolle eines Taxifahrers, der sich gegen rivalisierende KI-Taxis behaupten muss. Die Stadt wirkt lebendig, vertikal und dicht bebaut, wodurch jede Fahrt zu einem riskanten Balanceakt zwischen Geschwindigkeit, Orientierung und Chaos wird. Statt klarer Streckenführung setzt das Spiel auf Freiheit und Improvisation, was das Gefühl echter Hektik erzeugt und den Kern des Arcade-Konzepts trifft.

Spielerisch bleibt Taxi Chaos 2 seinen Wurzeln treu: Fahrgäste müssen unter Zeitdruck transportiert werden, während riskante Manöver mit höheren Belohnungen locken. Das Fahrgefühl ist schnell, direkt und bewusst überzeichnet. Unterschiedliche Fahrzeugtypen sorgen für variierende Spielstile, während Fähigkeiten und Upgrades das Gameplay erweitern. Turbo-Boosts, Spezialmanöver und offensive Fähigkeiten verleihen den Fahrten eine zusätzliche taktische Ebene und sorgen dafür, dass sich jede Runde anders anfühlen kann.

Doch gerade das gewollte Chaos wird nicht immer sauber kontrolliert. Die dichte Stadtstruktur, aggressive KI-Gegner und teils unübersichtliche Routen führen gelegentlich zu Frustmomenten, in denen Fehler weniger wie eigene Versäumnisse wirken als wie Folge eines überladenen Designs. Auch die Kollisionen vermitteln nicht immer die Wucht, die man von einem Spiel dieser Art erwartet, wodurch manche Crashs überraschend unspektakulär wirken.

Visuell präsentiert sich Taxi Chaos 2 solide, aber nicht herausragend. Die Stadt bietet abwechslungsreiche Schauplätze und eine stimmige Arcade-Ästhetik, erreicht jedoch nicht die visuelle Strahlkraft moderner AAA-Titel. Der Stil passt zum Konzept, bleibt aber insgesamt eher funktional als beeindruckend. Auch der Soundtrack unterstützt das Tempo, ohne sich nachhaltig ins Gedächtnis einzubrennen.

Technisch zeigt sich die PS5-Version überwiegend stabil. Ladezeiten sind kurz, die Steuerung präzise und responsiv, was bei einem schnellen Arcade-Spiel entscheidend ist. Dennoch merkt man dem Titel an einigen Stellen an, dass nicht jedes Detail perfekt poliert wurde. Kleine Unstimmigkeiten in der Physik und im Spielfluss verhindern, dass das Spiel sein volles Potenzial ausschöpft.

Trotz dieser Kritikpunkte besitzt Taxi Chaos 2 einen hohen Wiederspielwert. Jede Fahrt fühlt sich wie ein kleines Risiko-Experiment an, bei dem Spieler ständig Entscheidungen treffen müssen: sichere Routen oder gefährliche Abkürzungen, vorsichtiges Fahren oder maximaler Speed. Gerade diese Mischung aus Kontrolle und Chaos sorgt dafür, dass das Spiel immer wieder motiviert – vor allem für Spieler, die Highscores jagen oder ihre Fähigkeiten perfektionieren wollen.

Am Ende ist Taxi Chaos 2 ein Titel, der vor allem durch sein Tempo und sein Arcade-Feeling überzeugt. Es ist kein perfektes Spiel, aber ein ehrliches, energiegeladenes Erlebnis, das Spaß macht, solange man bereit ist, sich auf das Chaos einzulassen. Für Fans klassischer Arcade-Rennspiele ist es eine lohnenswerte Rückkehr zu einem fast vergessenen Genre, während andere Spieler mit den Unschärfen in Design und Technik leben müssen.

Unterm Strich ist Taxi Chaos 2 ein chaotischer, spaßiger und manchmal frustrierender, aber insgesamt unterhaltsamer Arcade-Ritt, der zeigt, wie viel Potenzial im Taxi-Genre noch immer steckt – auch wenn der Weg zur Perfektion noch nicht ganz erreicht ist.