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Deadpool Heft 17

Rezension: Deadpool #17
Panini Comics, Autoren: Cody Ziglar, Gerry Duggan, Sanshiro Kasama – Zeichner: Andrea Di Vito, Matteo Lolli, Roge Antonio


Das große Finale – und noch viel mehr


Comichefte mit der Nummer 17 sind normalerweise keine Ereignisse. Man liest sie, legt sie weg, wartet auf die nächste Ausgabe. Deadpool #17 bei Panini ist anders. Diese Ausgabe ist ein echter Meilenstein für alle, die Cody Ziglars Run von Anfang an verfolgt haben – und gleichzeitig ein Heft, das mehr bietet als nur ein Finale.


Das Hauptereignis: Deathgrip versus Deadpool


Über ein Jahr hat Cody Ziglar auf diesen Moment hingearbeitet. Deathgrip gegen Deadpool – das Aufeinandertreffen, auf das der gesamte bisherige Run zusteuerte. Und Ziglar liefert ab. Das Finale der Deathgrip-Saga ist der Mittelpunkt dieses Heftes, und es trägt das Gewicht, das ihm zukommt.


Was Ziglar in den vergangenen Ausgaben klug aufgebaut hat, zahlt sich hier aus. Deathgrip ist kein beliebiger Schurke, der nach ein paar Seiten erledigt wird. Er wurde mit Sorgfalt entwickelt, mit echten Motiven und einer Bedrohlichkeit, die Deadpool-Gegner nicht immer mitbringen. Das Finale belohnt jene Leserinnen und Leser, die die gesamte Geschichte mitverfolgt haben, mit einem Abschluss, der die aufgebaute Spannung ernst nimmt.


Dabei bleibt das Heft trotz des ernsten Aufeinandertreffens unverkennbar Deadpool. Die Serie hat nie vergessen, dass Wade Wilson auch dann am lustigsten ist, wenn die Lage am schlimmsten aussieht. Ziglar versteht diese Balance, und das Finale beweist es: Es gibt echte Konsequenzen, echte Dramatik – und trotzdem die typische Deadpool-Energie, die die Figur seit Jahrzehnten trägt.


Gerry Duggan ist zurück


Als wäre das Finale der Deathgrip-Saga nicht genug, wartet dieses Heft mit einer weiteren Überraschung auf: Gerry Duggan kehrt zurück. Duggan ist eine der prägendsten Stimmen in der Geschichte von Deadpool – sein Run gehört für viele Fans zum Besten, was die Figur je hatte. Sein Comeback mit einem brandneuen Schurken ist deshalb mehr als ein nettes Bonus-Feature. Es ist ein Signal, dass der Run von Deadpool nicht zur Ruhe kommt, sondern frische Energie bekommt.


Was Duggan mit dem neuen Antagonisten andeutet, lässt auf mehr hoffen. Ohne zu viel preiszugeben: Es fühlt sich nach einem Anfang an, nicht nach einem Lückenfüller.


Doug und Princess auf Solo-Tour


Das Heft gönnt sich außerdem eine eigene Geschichte rund um Doug und Princess – zwei Figuren, die im regulären Lauf der Haupthandlung oft im Schatten Deadpools stehen. Sie hier in einem eigenständigen Abenteuer zu sehen, ist eine willkommene Abwechslung und zeigt, dass das kreative Team ein echtes Interesse an der gesamten Besetzung hat und nicht nur an Wade selbst. Diese Art von Nebenstorys sind es, die einem Comicheft Tiefe geben.


Deadpool "Made in Japan"


Abgerundet wird das Paket durch ein Deadpool-Abenteuer "Made in Japan" von Sanshiro Kasama. Diese Geschichte bringt einen frischen kulturellen Blick auf die Figur und ist mit einer Leichtigkeit und einem Humor erzählt, der sich angenehm von westlichen Konventionen unterscheidet. Es ist genau die Art von Abwechslung, die ein vollgepacktes Heft wie dieses braucht – ein Kontrapunkt, der zeigt, dass Deadpool als Figur global funktioniert und nicht nur im Marvel-New-York-Universum.


Die Zeichner


Drei Storys, drei Zeichner – und das funktioniert besser, als man befürchten könnte. Andrea Di Vito liefert fürs Hauptfinale solide, dynamische Arbeit, die den Actionsequenzen die nötige Wucht gibt. Matteo Lolli bringt seinen charakteristischen Stil mit, der Deadpool stets etwas cartoonhafter und damit passend überdreht erscheinen lässt. Roge Antonio rundet das Heft ab. Die unterschiedlichen Handschriften der drei Zeichner könnten als Schwäche erscheinen, wirken hier aber eher wie drei verschiedene Tonlagen in einem gut komponierten Stück.


Für wen ist dieses Heft?


Wer Ziglars Run von Anfang an mitgelesen hat, kommt an dieser Ausgabe nicht vorbei. Das Finale der Deathgrip-Saga ist ein echter Abschluss, der die Investition in die vorangegangenen Hefte belohnt. Wer erst neu einsteigt, sollte besser weiter vorne beginnen – nicht weil das Heft unverständlich wäre, aber weil das Finale deutlich mehr Gewicht hat, wenn man den Weg dorthin kennt.


Für Fans von Gerry Duggan ist die Ausgabe ebenfalls ein Pflichtgriff. Sein Comeback allein ist Grund genug, dieses Heft zur Hand zu nehmen.


Fazit


Deadpool #17 ist ein vollgepacktes, vielschichtiges Heft, das mehr leistet, als der Titel vermuten lässt. Das Finale der Deathgrip-Saga ist ein würdiger Abschluss eines langen, sorgfältig aufgebauten Erzählbogens. Duggans Rückkehr sorgt für Aufregung über das Finale hinaus. Doug und Princess bekommen ihren Moment. Und ein japanischer Seitenblick auf Deadpool rundet das Paket auf erfrischende Weise ab. Panini liefert hier ein Heft, das den Kauf uneingeschränkt rechtfertigt.


Empfehlung: Pflichtlektüre für alle, die Ziglars Run verfolgt haben – und ein guter Anlass für alle anderen, endlich aufzuholen.