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Es gibt Themen, die den Menschen seit jeher faszinieren, die sich durch alle Kulturen und Epochen ziehen wie ein unsichtbarer Faden und die in ihrer Vielschichtigkeit kaum zu fassen sind. Magie ist eines dieser Themen. Und selten hat ein Sachbuch diesem faszinierenden Feld so gerecht werden wie „Die Geschichte von Magie, Hexerei & Okkultem", erschienen im DK Verlag als Teil der Reihe „Mystische Bibliothek". Herausgegeben vom DK Verlag und verfasst von einem erfahrenen Autorenteam rund um Thomas Cussans, John Farndon, Ann Kay und Philip Parker, ist dieses opulent gestaltete Werk weit mehr als ein gewöhnliches Sachbuch – es ist eine umfassende, seriöse und dabei stets packende Reise in die Welt des Übernatürlichen, die von der Antike bis in die unmittelbare Gegenwart führt.


Wer bei einem Buch über Magie und Hexerei reflexartig an esoterischen Kitsch oder unkritisches Staunen denkt, wird hier angenehm überrascht. Denn das Autorenteam verfolgt konsequent einen historisch fundierten, sachlichen Ansatz. Magie wird nicht als Wahrheit verkauft, sondern als kulturelles, religiöses und gesellschaftliches Phänomen ernst genommen und in seinen jeweiligen historischen Kontext eingebettet. Das ist die eigentliche Stärke dieses Buches: Es beleuchtet, warum Menschen zu allen Zeiten und auf allen Kontinenten an Magie geglaubt haben, welche gesellschaftlichen Funktionen magische Praktiken übernahmen und wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte verändert, verzweigt und neu erfunden haben. Dieser analytische Blick macht das Buch zu einem echten Erkenntnisgewinn – für neugierige Einsteiger ebenso wie für Menschen, die sich bereits intensiver mit dem Thema beschäftigt haben.


Der inhaltliche Reichtum des Bandes ist schlicht beeindruckend. Von den Ritualen urzeitlicher Schamanen über die altchinesischen Orakelknochen bis hin zu den Geheimgesellschaften des Mittelalters und der frühen Neuzeit – das Buch lässt kaum ein Kapitel der Magiegeschichte unberührt. Man begegnet den Tempelrittern und Freimaurern, taucht ein in die Welt der Kabbala und der Rosenkreuzer, verfolgt die Entwicklung der Alchemie und lernt die Bedeutung von Runen, Zauberpflanzen wie der Alraune und rituellen Objekten verschiedenster Kulturen kennen. Besonders wertvoll ist dabei die globale Perspektive: Das Buch beschränkt sich nicht auf die europäische Tradition, sondern nimmt Wahrsagerei, Schamanismus, Voodoo und okkulte Praktiken aus aller Welt in den Blick. So entsteht ein wirklich universales Panorama der menschlichen Sehnsucht nach dem Übernatürlichen.


Gleichzeitig scheut das Buch nicht vor den dunkleren und kontroverseren Seiten seiner Thematik zurück. Die Geschichte der Hexenverfolgung, die Instrumentalisierung von Magie und Aberglauben für politische Zwecke, die Grenze zwischen religiösem Glauben und magischer Praxis – all das wird mit der nötigen Ernsthaftigkeit und ohne reißerische Zuspitzung behandelt. Gerade diese Nüchternheit im Umgang mit einem Stoff, der zu Sensationalismus einladen würde, verdient Respekt und hebt das Buch deutlich von vielen anderen Veröffentlichungen zum Thema ab.


Nicht minder beeindruckend ist der Bogen, den das Buch in die Gegenwart schlägt. Das Wiederaufleben des Okkultismus im 21. Jahrhundert, die Rolle von Magie in Literatur und Kino – von mittelalterlichen Legenden über die Artussage bis hin zu modernen Phänomenen wie Harry Potter – und die anhaltende Faszination für das Mystische in einer zunehmend rationalisierten Welt: All das findet seinen Platz in diesem Werk und macht deutlich, dass Magie kein überwundenes Relikt vergangener Zeiten ist, sondern ein lebendiger Bestandteil unserer kulturellen Gegenwart. Wer versteht, warum Millionen Menschen weltweit die Abenteuer eines jungen Zauberlehrlings verschlingen, begreift auch etwas über die tiefere menschliche Sehnsucht nach Wundern, nach Geheimnissen und nach einer Welt, die größer ist als das Messbare.


Gestalterisch bewegt sich das Buch auf dem gewohnt hohen Niveau des DK Verlags. Über 500 Farbillustrationen und Fotos begleiten den Text und machen das Buch zu einem echten Augenschmaus. Historische Gemälde, Reproduktionen alter Handschriften, Fotografien von Ritualobjekten und stimmungsvolle Illustrationen ergänzen die Texte auf eine Weise, die das Lesen zu einem ganzheitlichen Erlebnis macht. Die Gestaltung ist dabei nie Selbstzweck, sondern stets dem Inhalt verpflichtet: Jedes Bild erklärt, ergänzt oder vertieft das Gelesene und trägt dazu bei, auch abstrakte oder fremdartige Konzepte greifbar zu machen. Die gebundene Ausgabe macht darüber hinaus optisch und haptisch einen ausgezeichneten Eindruck und liegt angenehm in der Hand – dieses Buch ist auch als Objekt eine Freude.


Die spannenden Sonderbeiträge, die das Buch durchziehen, sind ein weiteres Highlight. Ob detailliertes Wissen über Orakelknochen, ein eigenes Feature zur Geschichte der Tempelritter oder ein eigenes Kapitel zur Rolle von Magie im modernen Film – diese vertiefenden Einschübe brechen den Lesefluss auf angenehme Weise auf und laden zum gezielten Stöbern ebenso ein wie zur linearen Lektüre von vorne nach hinten. Das Buch funktioniert damit auf mehreren Ebenen: als konzentriert gelesenes Sachbuch, als Nachschlagewerk für einzelne Themen und als Schmöker, den man immer wieder zur Hand nimmt und in dem man jedes Mal etwas Neues entdeckt.


Als Teil der Reihe „Mystische Bibliothek" des DK Verlags setzt das Buch hohe Maßstäbe und dürfte alle sein, die sich für diese Themenreihe begeistern, in seiner Qualität überzeugen. Es eignet sich hervorragend als Geschenk für geschichtsinteressierte Menschen, für Liebhaber des Mystischen und Okkulten, für Kulturhistoriker ebenso wie für Fantasy-Fans, die den Wurzeln ihrer Lieblingsliteratur nachspüren möchten. Kurz gesagt: für alle, die wissen möchten, woher unsere Bilder von Hexen, Magiern, Alchemisten und Wahrsagern eigentlich stammen und warum sie uns bis heute nicht loslassen.


Fazit: 

„Die Geschichte von Magie, Hexerei & Okkultem" ist ein glänzendes Beispiel dafür, wie man ein faszinierendes und vielschichtiges Thema sachlich fundiert, kulturell breit aufgestellt und dabei stets unterhaltsam aufbereiten kann. Das Buch verbindet historische Seriosität mit bildnerischer Pracht und inhaltlicher Tiefe auf eine Art, die im deutschsprachigen Sachbuchmarkt ihresgleichen sucht. Wer sich für die verborgenen Seiten der Menschheitsgeschichte interessiert, wer wissen möchte, was Menschen seit Jahrtausenden bewegt, fürchtet und hofft, und wer ein Buch sucht, das man mit echtem Staunen in der Hand hält, kommt an diesem Werk nicht vorbei. Eine uneingeschränkte Empfehlung – für die Bibliothek, das Wohnzimmer und alle, die gerne tief in die Geschichte des Mystischen eintauchen.