Der Panini Verlag bringt mit Absolute Green Lantern: Die Schwarze Hand einen Comicband auf den Markt, der von der ersten Seite an keine Zeit zum Durchatmen lässt. Was wie ein klassischer Science-Fiction-Auftakt beginnt, entpuppt sich schnell als dichte, vielschichtige Geschichte, die sowohl Neueinsteiger als auch langjährige Green-Lantern-Fans begeistern dürfte.
Im Mittelpunkt stehen drei Figuren, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Hal Jordan, der erfahrene und oft eigensinnige Urgestein unter den Green Lanterns, John Stewart, der ruhige und strategisch denkende Soldat mit Gewissen, und Jo Mullein, die jüngste der drei, die mit einem frischen und unverstellten Blick auf die Welt schaut. Diese Kombination funktioniert ausgezeichnet, denn die unterschiedlichen Persönlichkeiten prallen auf eine Weise aufeinander, die das Ensemble lebendig und glaubwürdig macht.
Der Einstieg in die Handlung gelingt mit Wucht. Ein grünes Objekt schlägt in der Kleinstadt Evergreen ein, und schon dieser Moment ist so inszeniert, dass man als Leser sofort in die Geschichte hineingezogen wird. Die Entscheidung, das Geschehen bewusst in einer unscheinbaren amerikanischen Kleinstadt zu verankern, ist klug. Der Kontrast zwischen dem kosmischen Chaos und der vertrauten, alltäglichen Umgebung verstärkt die Bedrohung auf eine sehr effektive Weise.
Dann betritt Abin Sur die Bühne, und hier zeigt der Band seine wahre Stärke. Die Figur ist aus der Green-Lantern-Mythologie bekannt, wird hier aber in einem völlig neuen, beunruhigenden Licht präsentiert. Wer oder was steckt wirklich hinter dem scheinbar wahllosen Angriff auf die Bevölkerung? Diese Frage treibt die Handlung vorwärts und hält die Spannung konstant hoch. Wieschhues balanciert dabei geschickt zwischen Actionsequenzen und ruhigeren Momenten, in denen die Charaktere Tiefe gewinnen.
Das Herzstück des Bandes ist aber die Auseinandersetzung mit dem Konzept der Widerstandskraft. Die drei Protagonisten werden nicht nur körperlich, sondern auch psychisch und moralisch herausgefordert. Was macht einen Menschen stark genug, einer Kraft standzuhalten, die alles bisher Gekannte übersteigt? Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch alle enthaltenen Hefte und gibt dem Band eine emotionale Tiefe, die man bei reinen Actioncomics nicht immer findet.
Die Zeichnungen verdienen besondere Erwähnung. Die Panels sind dynamisch ohne chaotisch zu wirken, die Farbgestaltung ist intensiv und setzt die kosmischen Elemente eindrucksvoll in Szene. Gerade die Szenen rund um das grüne Objekt und die Konfrontationen mit Abin Sur haben eine visuelle Kraft, die lange im Gedächtnis bleibt.
Der enthaltene Bonustitel Absolute Evil 1 rundet den Band sinnvoll ab und gibt einen Ausblick auf das übergeordnete Universum, in dem sich die Geschichte entfaltet. Er fügt sich organisch ein und wirkt nicht wie ein aufgepfropfter Anhang, sondern wie ein stimmiger Abschluss.
Wer sich fragt, ob man das Green-Lantern-Universum kennen muss, um den Band zu genießen, kann beruhigt sein. Die Geschichte ist so aufgebaut, dass sie auch ohne Vorkenntnisse funktioniert. Natürlich werden Kenner mehr Nuancen entdecken, aber der Einstieg gelingt auch ohne Hintergrundwissen problemlos.
Fazit:
Absolute Green Lantern: Die Schwarze Hand ist ein starkes, kurzweiliges und visuell beeindruckendes Comicerlebnis. Panini liefert mit diesem Band eine Veröffentlichung, die das Beste aus dem Green-Lantern-Universum herausholt und es in einer modernen, zugänglichen Form präsentiert. Für Fans des Genres und alle, die es werden wollen, ist dieser Band eine klare Kaufempfehlung.
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