Die Busch Media Group bringt mit Bone Lake einen Horrorthriller auf den deutschen Markt, der von Anfang an mit einem vielversprechenden Versprechen antritt: ebenso böse wie verführerisch, und das für Fans von Barbarian. Das ist eine selbstbewusste Ansage, und wer diesen Vergleich kennt, weiß sofort, in welche Richtung die Reise geht.
Die Ausgangssituation ist denkbar einfach und dadurch umso wirkungsvoller. Diego und seine Freundin Sage wollen ein romantisches Wochenende am abgelegenen Bone Lake verbringen, finden bei ihrer Ankunft aber ein anderes Paar vor: Will und Cin, die das Ferienhaus ebenfalls gebucht haben. Statt sofort abzureisen, entscheidet man sich, die Unterkunft zu teilen, und damit beginnt das eigentliche Spiel.
Was den Film in seiner ersten Hälfte so stark macht, ist die konsequente Nutzung des Kammerspiel-Settings. Vier Menschen, ein Haus, ein See und eine zunehmend giftige Atmosphäre. Die Spannung entsteht nicht durch Jump Scares oder übernatürliche Bedrohungen, sondern durch das subtile Kräftemessen zwischen den beiden Paaren. Will und Cin bringen eine Energie mit, die gleichzeitig anziehend und beunruhigend ist, und der Film lässt bewusst lange im Unklaren, ob man es hier mit gefährlichen Menschen oder nur mit ungewöhnlich freizügigen Zeitgenossen zu tun hat.
Die erotische Spannung, die das Marketingmaterial verspricht, ist kein aufgesetztes Stilmittel, sondern ein zentrales Werkzeug der Handlung. Sie wird genutzt, um Grenzen auszuloten, Vertrauen zu erschüttern und Risse in den Beziehungen der Figuren sichtbar zu machen. Das ist klüger inszeniert, als man es von einem Film dieser Art vielleicht erwarten würde.
Wenn der Film dann in seiner zweiten Hälfte die Maske fallen lässt und das Spiel aus Sex, Lügen und Manipulation in offene Gewalt umschlägt, geschieht das mit einer Konsequenz, die nicht jeden Zuschauer kalt lassen wird. Der Übergang ist nicht abrupt, sondern das logische Ergebnis einer Eskalation, die man beim zweiten Ansehen bereits in den frühen Szenen angelegt sieht. Das spricht für das Drehbuch und für die Regisseurin, der es gelingt, Zeichen zu setzen, ohne sie zu deutlich zu machen.
Der Vergleich mit Barbarian ist nicht ganz von der Hand zu weisen, wenngleich Bone Lake eine eigene Handschrift hat. Beide Filme nutzen die Idee des falschen Zufluchtsortes, beide spielen mit dem Unbehagen, das entsteht, wenn vertraute Situationen plötzlich aus den Fugen geraten. Bone Lake ist dabei zugänglicher und weniger radikal als sein großes Vorbild, dafür aber in seiner Prämisse stringenter und in der Charakterzeichnung der vier Hauptfiguren überraschend sorgfältig.
Das Bonusmaterial der Blu-ray-Veröffentlichung ist solide. Die Interviews mit der Regisseurin und dem Cast geben interessante Einblicke in die Entstehung des Films und helfen, einzelne Entscheidungen besser einzuordnen. Das Wendecover ist ein nettes Extra für Sammler und zeigt, dass die Busch Media Group bei dieser Veröffentlichung mitgedacht hat.
Bildqualität und Tonabmischung der Blu-ray sind auf gewohnt gutem Niveau und kommen dem düsteren, atmosphärischen Bildstil des Films zugute. Gerade die Szenen am und auf dem See profitieren von der hohen Auflösung, da das trübe Wasser und die abweisende Waldlandschaft eine wesentliche Rolle für die Gesamtstimmung spielen.
Fazit:
Bone Lake ist ein handwerklich solider und atmosphärisch dichter Horrorthriller, der seine Stärken vor allem in der ersten Hälfte ausspielt und auch dann überzeugt, wenn er in der zweiten Hälfte härtere Töne anschlägt. Wer Freude an langsam aufgebautem Unbehagen hat und mit dem Vergleich zu Barbarian etwas anfangen kann, ist hier genau richtig. Die Blu-ray der Busch Media Group ist eine empfehlenswerte Veröffentlichung für Genre-Fans, die ihren Horrorthrillern gerne etwas mehr Substanz abverlangen.
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