Korea ist längst nicht mehr nur ein Trend auf den Speisekarten der Großstädte – die koreanische Küche hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Kulturphänomen entwickelt, das weit über den Hype um K-Pop und K-Drama hinausgeht und ganz eigene kulinarische Überzeugungskraft besitzt. Der DK Verlag hat mit Cook Korea! ein Kochbuch auf den Markt gebracht, das genau diese Begeisterung einfangen und in die heimischen Küchen tragen will – und das gelingt erfreulich gut.
Das Buch präsentiert sich von Anfang an als visuelles Erlebnis. Der zweifarbige Farbschnitt, die poppige Gestaltung im angesagten Korea-Style und das insgesamt durchdachte Layout machen schon beim ersten Durchblättern klar, dass hier nicht nur ein weiteres Kochbuch entstanden ist, sondern ein Stück Lifestyle-Objekt, das auf dem Küchentisch genauso gut aussieht wie im Regal. DK ist für seine hochwertigen, reich bebilderten Sachbücher bekannt, und auch Cook Korea! macht in dieser Hinsicht keine Abstriche: Die Fotografien sind appetitlich und farbkräftig, sie vermitteln die Lebendigkeit und den Reichtum der koreanischen Küche mit echter Überzeugungskraft.
Inhaltlich spannt das Buch einen beachtlichen Bogen. Über 70 Rezepte führen von den Banchan – jenen kleinen Beilagengerichten, die in Korea jeden Tisch bereichern – über traditionelle Anju-Snacks, die klassisch zu Bier oder Soju gereicht werden, bis hin zu den großen Stars des koreanischen Straßenküche. Tteokbokki, die feurig-süßen Reiskuchenröllchen, sind ebenso vertreten wie Korean BBQ, das gesellige Grillen am Tisch, das mittlerweile auch hierzulande eine treue Fangemeinde hat. Kimchi in verschiedenen Varianten, das cremige Bibimbap, Korean Fried Chicken in seiner unvergleichlich knusprigen Doppelfrittier-Manier – die Auswahl trifft die Highlights der koreanischen Küche sicher und zeigt gleichzeitig, dass diese weit mehr zu bieten hat als ein paar Trendgerichte.
Besonders gelungen ist, dass das Buch die koreanische Küche nicht auf ihre eingängigsten Exportschlager reduziert, sondern auch traditionellere Gerichte und Zubereitungstechniken vorstellt. Wer noch nie mit fermentierten Zutaten gearbeitet hat oder Gochujang-Paste zum ersten Mal in den Händen hält, findet genug Orientierung, um sich ohne Frustration durch die Rezepte zu arbeiten. Die Anleitungen sind klar strukturiert und auf eine Leserschaft ausgelegt, die Freude am Kochen mitbringt, aber keine professionelle Ausbildung voraussetzt. Gerade für gesellige Kochabende zu Hause, bei denen mehrere Gerichte gleichzeitig entstehen und gemeinsam am Tisch geteilt werden – ein zutiefst koreanisches Konzept –, bietet das Buch ideale Vorlagen.
Kleinere Einschränkungen lassen sich trotzdem nicht ganz verschweigen. Mit etwas über 70 Rezepten bleibt die Sammlung überschaubar, und wer tiefer in regionale Spezialitäten oder die wirklich anspruchsvolleren Techniken der koreanischen Küche eintauchen möchte, wird das Buch irgendwann als Einstieg, nicht als abschließendes Kompendium erleben. Auch die betonte Lifestyle-Positionierung – der explizite Verweis auf K-Pop- und K-Drama-Fans im Marketing – signalisiert, dass das Buch bewusst ein breites, trendbewusstes Publikum ansprechen will, nicht das der Küchenernsthafte. Das ist keine Kritik, sondern eine Einordnung: Cook Korea! ist ein wunderbares Türöffner-Kochbuch, das neugierig macht und Lust auf mehr weckt, aber kein enzyklopädisches Nachschlagewerk.
Für alle, die bislang nur Berührungspunkte mit koreanischem Essen aus Restaurants oder Streetfood-Märkten kennen und diese Küche endlich selbst ausprobieren wollen, ist Cook Korea! von DK eine rundum empfehlenswerte Wahl. Es ist bunt, appetitlich, alltagstauglich und trägt den Geist einer Küche in sich, die ihre Leser mit Herzlichkeit, Schärfe und einer gehörigen Portion Umami empfängt.
Die an dieser Stelle vorgesehenen Inhalte können aufgrund Ihrer aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt werden.
Diese Webseite bietet möglicherweise Inhalte oder Funktionalitäten an, die von Drittanbietern eigenverantwortlich zur Verfügung gestellt werden. Diese Drittanbieter können eigene Cookies setzen, z.B. um die Nutzeraktivität zu verfolgen oder ihre Angebote zu personalisieren und zu optimieren.
Diese Webseite verwendet Cookies, um Besuchern ein optimales Nutzererlebnis zu bieten. Bestimmte Inhalte von Drittanbietern werden nur angezeigt, wenn die entsprechende Option aktiviert ist. Die Datenverarbeitung kann dann auch in einem Drittland erfolgen. Weitere Informationen hierzu in der Datenschutzerklärung.