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LEGO 75349 CAPTAIN REX HELM – TEST & REVIEW
Star Wars Helmet Collection · 18+ · Erschienen März 2023


STECKBRIEF


Das Set trägt die Nummer 75349 und heißt auf Deutsch Captain Rex Helm, auf Englisch Captain Rex Helmet. Es gehört zur Themenreihe LEGO Star Wars, genauer gesagt zur Helmet Collection, und erschien am 1. März 2023 mit einer UVP von 69,99 Euro beziehungsweise 59,99 Pfund und 69,99 US-Dollar. Das Set umfasst 854 Teile, was einem Teilepreis von 8,2 Cent entspricht. Es enthält 17 Sticker und 3 bedruckte Teile, gliedert sich in 5 Bauabschnitte und ist für Käufer ab 18 Jahren konzipiert. Die Bauzeit liegt bei etwa zwei bis drei Stunden. Das fertige Modell misst inklusive Ständer rund 14 × 13 × 21 cm, die Verpackung 11,5 × 19 × 35 cm, das Gewicht beträgt etwa 969 Gramm. Der geplante End of Life (EOL) liegt im Juli 2026.


01 – DER CHARAKTER: CAPTAIN REX


CT-7567, besser bekannt als Captain Rex, zählt zu den populärsten Figuren im Star Wars-Universum. Als Klon-Captain – später Commander – der 501. Legion kämpfte er an der Seite von Jedi-General Anakin Skywalker und dessen Padawan Ahsoka Tano durch die gesamten Klonkriege. Was Rex von anderen Klonen unterschied, war nicht nur sein taktisches Gespür, sondern vor allem sein ausgeprägtes Bewusstsein für seine eigene Identität jenseits der bloßen Programmierung.


Besonders dramatisch war sein Schicksal während Order 66: Ahsoka Tano konnte rechtzeitig seinen Inhibitor-Chip entfernen, sodass Rex als einer der wenigen Klone auf ihrer Seite gegen die eigene Legion kämpfte. Später wirkte er in der Rebellion mit – sein mutmaßliches Auftreten als Nik Sant in der Endor-Sequenz von Episode VI ist ein beliebtes Fan-Detail.


Sein Helm ist im Star Wars-Kanon ikonisch: Rex trug eine modifizierte Phase-II-Rüstung mit dem spitz zulaufenden Sehschlitz der Phase I, hellblauen Schweißnähten entlang der Modifikationen, blauen Farbakzenten der 501. Legion und Strichlisten an der Seite – und ganz besonders den Jaig Eyes auf der Stirn: mandalorianische Ehrensymbole für außergewöhnliche Tapferkeit, die durch das Training der Klone durch Jango Fett in die Klon-Kultur übernommen wurden. Als Novum der Helmet Collection ist der Rex-Helm gleich in doppelter Hinsicht historisch: Er ist der erste Helm zur Prequel-Ära und der erste aus einer Animationsserie.


02 – VERPACKUNG & ERSTER EINDRUCK


Die Box folgt dem bewährten Helmet-Collection-Format und kehrt zu den Abmessungen der ersten Welle zurück. In edlem Schwarz mit dem klaren 18+-Design zeigt die Frontansicht den Helm leicht angeschrägt, was seine markante Silhouette optimal zur Geltung bringt. Auf der Rückseite finden sich Referenzframes aus The Clone Wars sowie eine Größenangabe des fertigen Modells. Eine Seite trägt außerdem einen Hinweis auf das 20-jährige Jubiläum der Zeichentrickserie Clone Wars – thematisch leicht danebengegriffen, da Rex in der quasi-gleichnamigen The Clone Wars-Serie auftritt und nicht im Original-Zeichentrick, aber der grobe Bezug ist nachvollziehbar.
Öffnet man die Box, liegen sieben Teiletüten bei – leider weiterhin aus Plastik, kein Papier. Dazu kommen eine farbige Bauanleitung mit einem Vorwort von LEGO Star Wars Creative Director Jens Kronvold Frederiksen, ein Stickerbogen mit 17 Aufklebern, ein Teiletrenner als Zugabe sowie einige nützliche Ersatzteile.


03 – DER BAU – ABSCHNITT FÜR ABSCHNITT


Der Aufbau gliedert sich in fünf Bauabschnitte und dauert im gemächlichen Tempo rund zwei bis drei Stunden. Besonders positiv fällt auf, wie viele ingeniöse Bautechniken eingesetzt werden, um den komplexen, organisch gewölbten Helm in Klemmbaustein-Logik zu übersetzen.


Im ersten Abschnitt bilden zahlreiche SNOT-Bricks (Studs Not On Top) das Herzstück, an dem alle späteren Außenpanele befestigt werden. Besonders clever ist dabei, dass Laternen-Steine horizontal statt vertikal gesteckt werden, um das Noppen-Raster für großflächige Platten zu erhalten. Zudem entsteht bereits in diesem Schritt die drehbare Achse für den Rangefinder – ein Kanal aus Pins und Technic-Löchern mit angenehm moduliertem Widerstand. Die Jaig Eyes werden ebenfalls hier als brick-built Konstruktion umgesetzt, was einen echten Höhepunkt des Baus darstellt.


Im zweiten Abschnitt wird der schwarze Präsentationsständer montiert – wenig aufregend für Kenner der Serie, aber solide. Interessanter wird es mit der Helmkuppel und der Rückseite, wo ein Teil in Lavender-Farbe als versteckter Anker für die weiße Scheibe am Hinterkopf dient.


Der dritte Abschnitt ist der bautechnisch spannendste. Das Phase-I-Visier entsteht durch schräg angesetzte Elemente, die kleinen Filterventile an der Front werden durch LEGO-Reifen dargestellt – ein geniales Detail, das sehr nah am Original ist. Für den blauen Streifen rund um das Visier werden versetzt platzierte Elemente verwendet, die einen organisch fließenden Übergang erzeugen, und das Kinn wird durch ein Gelenk abgeschlossen.


Die Abschnitte vier und fünf widmen sich der linken und rechten Helmseite. Curved Slopes und Jumper-Techniken sorgen für möglichst runde Wölbungen, das große Lüftungsventil je Seite wird durch einen LEGO-Reifen dargestellt. Abschnitt fünf ist jedoch weitgehend eine Spiegelung von Abschnitt vier, was zu einem merklichen Wiederholungsgefühl führt. Zuletzt wird der Rangefinder eingesetzt und die bedruckte Namensplakette am Ständer befestigt.


Das Innenleben des Helms ist bunt – sehr bunt. Standardfarben wie Gelb, Orange und Türkis tauchen an Stellen auf, die später komplett verborgen sind. Das ist kein grundsätzliches Problem, wirkt aber verglichen mit etwa den Brickheadz-Sets, wo bunte Teile gezielt und ästhetisch eingesetzt werden, beim Bau leicht störend.


04 – DAS FERTIGE MODELL


Fertig aufgebaut misst der Helm ohne Ständer rund 14 × 13 × 19 cm, mit Ständer und Rangefinder rund 21 cm in der Höhe. Das Modell erfasst alle wesentlichen Designmerkmale des Originals: die blauen Farbakzente der 501. Legion, den Phase-I-Sehschlitz im Phase-II-Helm, die Jaig Eyes, den klappbaren Rangefinder, die Tally-Marks an der Helmseite, die Filterventile mit dem Reifen-Trick, die hellblauen Schweißnähte als Sticker und die bedruckten Wedge-Plates als Mundpartie.


Aus der Seitenansicht ist der Rex-Helm ein echter Hingucker und sehr überzeugend proportioniert. Aus bestimmten Winkeln fallen jedoch Kompromisse auf: Die Mundpartie ist von vorn nicht ideal getroffen, die Proportionen im Kinn-Bereich sind leicht verzerrt, die Jaig Eyes in der LEGO-Umsetzung minimal verformt, und aus unüblichen Blickwinkeln sind Löcher und Spalten sichtbar. Hinzu kommt, dass die Weißtöne der Sticker deutlich von denen der Teile abweichen.


Diese Abweichungen sind in einem direkten Screenshot-Vergleich mit dem Original deutlicher als beim bloßen Betrachten des Modells. Das Set wirkt in sich stimmig, und wer keinen direkten Seitenvergleich anstellt, wird die Proportionsprobleme kaum bemerken. Am kritischsten bleibt die Mundpartie aus der Frontalansicht – ein Problem, für das sich bautechnisch wohl kein eleganteres Äquivalent finden ließ.


05 – DIE SPIELFUNKTION: RANGEFINDER


Der klappbare Rangefinder auf der rechten Helmseite lässt sich über mehr als 90 Grad hochklappen. Eine Noppe und eine Viertel-Rundfliese bilden einen präzisen Anschlag, sodass der Sucher im hochgeklappten Zustand exakt auf Höhe des Sehschlitzes sitzt – genau wie beim Original. Die Mechanik wirkt deutlich weniger klobig als beim Vorgänger Boba Fett Helm (75276) und ist dabei sehr stabil. Der Widerstand beim Klappen ist angenehm eingestellt, und die ingeniöse Innenkonstruktion mit Pins, Hohlnoppen und Technic-Löchern aus dem ersten Bauabschnitt zahlt sich hier aus. Bei sehr häufigem Betätigen kann die Befestigungsstange etwas aus ihrer Fassung rutschen, was aber bei einem reinen Displayset kaum relevant ist.


06 – STICKER & BEDRUCKTE TEILE


17 Sticker sind eine Menge – doch es kommt darauf an, was sie zeigen. Beim Rex-Helm sind die Aufkleber für die hellblauen Schweißnähte, die Detailstriche in den Jaig Eyes, die Tally-Marks (Strichlisten) an der Helmseite und die Lüftungsschlitze zuständig. Die Mundpartie hingegen wird durch bedruckte Wedge-Plates umgesetzt, und auch die Namensplakette am Ständer ist ein bedrucktes Teil – das Set enthält damit drei exklusive bedruckte Elemente.


Die Sticker für Schweißnähte und Tally-Marks sind ikonische Teile von Rex' Helmdesign, sodass ihre Umsetzung als Aufkleber ein vertretbarer Kompromiss ist. Erfreulich ist, dass der Helm auch ohne einen einzigen Sticker dank der gebauten Jaig Eyes und der bedruckten Wedge-Plates unverkennbar als Rex identifizierbar bleibt. Unangenehm fällt hingegen auf, dass die Weißtöne der Sticker deutlich von den Weißtönen der Teile abweichen – ein Qualitätsmangel, der im direkten Vergleich klar sichtbar ist.


07 – PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS


Mit 69,99 Euro liegt der Rex-Helm an der oberen Grenze des Helmet-Collection-Segments, nachdem LEGO die UVP der gesamten Serie auf dieses Niveau angehoben hat. Im Gegenzug bietet das Set mit 854 Teilen eine überdurchschnittliche Menge für die Reihe, deren Schnitt bei rund 700 Teilen liegt. Im freien Handel sind regelmäßige Rabatte von 20 bis 30 Prozent zu finden, was das Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich attraktiver macht. Als Sammlerstück ist der Helm zudem durch den geplanten EOL im Juli 2026 zeitlich begrenzt verfügbar – wer ihn möchte, sollte nicht zu lange warten.


08 – VERGLEICH: REX VS. CODY (75350)


Beide Helme erschienen zeitgleich am 1. März 2023 zum identischen Preis. Der Commander-Cody-Helm (75350) ist Rex' direkter Begleiter und ein interessanter Vergleich für Sammler. Rex bietet mit 854 Teilen mehr als Cody mit 766, dazu kommt die Spielfunktion des klappbaren Rangefinders. Cody hingegen verfügt über keinen solchen Mechanismus. In den meisten Rezensionen wird der Cody-Helm als bautechnisch befriedigender eingestuft, weil der Spannungsbogen gleichmäßiger über alle Bauabschnitte verteilt ist, während der Rex-Helm seinen Höhepunkt bereits in Abschnitt drei erreicht und die verbleibenden Abschnitte repetitiver wirken. Auf der anderen Seite genießt Rex die deutlich höhere Fan-Begeisterung und mehr technische Raffinesse im Detail. Als Duo ergänzen sich beide Helme perfekt.


9 – STÄRKEN & SCHWÄCHEN


Das Set überzeugt vor allem durch seine überdurchschnittlich vielen innovativen Bautechniken, die echte Wow-Momente während des Baus erzeugen. Die brick-built Jaig Eyes gehören zu den schönsten Details der gesamten Helmet Collection. Der klappbare Rangefinder funktioniert elegant und stabil, und die Filterventile aus LEGO-Reifen sind ein geniales kleines Detail. Die Mundpartie wird durch bedruckte Wedge-Plates statt Sticker umgesetzt, und der Helm bleibt auch ohne Aufkleber eindeutig als Rex erkennbar. Historisch gesehen ist er der erste Helm aus einer Animationsserie in der Collection. Mit 854 Teilen bietet er überdurchschnittlichen Umfang, und aus der Seitenansicht ist er sehr überzeugend proportioniert.


Auf der anderen Seite ist die Mundpartie aus der Frontalansicht nicht optimal getroffen. Die 17 Sticker lassen viele wichtige Details nur als Aufkleber erscheinen, und der Weißton-Unterschied zwischen Stickern und Teilen ist deutlich sichtbar. Die Baustruktur lässt den Höhepunkt zu früh kommen, sodass die Abschnitte vier und fünf repetitiv wirken. Das bunte Innenleben aus Standardfarben bietet keinen ästhetischen Kontrast, und aus unüblichen Winkeln sind Löcher und Spalten erkennbar. Trotz Nachhaltigkeitsinitiativen liegen weiterhin Plastik-Teiletüten bei, und die UVP von 69,99 Euro bewegt sich im oberen Preissegment der Reihe.


10 – FÜR WEN IST DIESES SET?


Der Helm richtet sich klar an Clone-Wars-Fans, die Rex als Lieblingscharakter haben, sowie an Sammler der Helmet Collection, für die er als historisch erster Animations-Helm ein Pflichtkauf ist. Erwachsene LEGO-Baubegeisterte, die SNOT- und Offset-Techniken schätzen, werden den Bau genießen, ebenso alle, die ein hochwertiges Displayset für Büro, Wohnzimmer oder Regal suchen. Käufer mit Zugang zu Handelsrabatten von 20 bis 30 Prozent bekommen deutlich mehr für ihr Geld. Weniger geeignet ist das Set für Sticker-Muffel, die vollständige Bedruckung erwarten, für Käufer, die primär Wert auf eine akkurate Frontansicht legen, für Rex-Unkundige, die schlicht einen Star-Wars-Helm suchen, sowie für preissensible Käufer ohne Zugang zum Handel.


11 – GESAMTURTEIL


Der LEGO 75349 Captain Rex Helm ist ein gelungenes Displayset, das seinen Charakter klar trifft. Bautechnisch bietet er einige der innovativsten Lösungen der gesamten Helmet Collection – von den brick-built Jaig Eyes über die Reifen-Filterventile bis zum eleganten Rangefinder-Mechanismus. Das fertige Modell überzeugt besonders aus der Seiten- und Draufsicht. Dass die Frontansicht mit der Mundpartie einen Schwachpunkt hat und 17 Sticker nötig sind, dämpft das Ergebnis leicht. Für jeden Clone-Wars-Fan, der Rex in seiner Sammlung haben möchte – und das sind viele –, ist dieser Helm ein klares Muss, zumal der EOL im Juli 2026 die Verfügbarkeit begrenzt.


Set bei LEGO: https://www.lego.com/de-de/product/captain-rex-helmet-75349