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Seit Jahrhunderten regiert Gewalt das Universum, und im Jahr 4038 hat sich daraus ein knallhartes Geschäftsmodell entwickelt: Aus der gigantischen Arena werden blutige Gladiatorenkämpfe live an Millionen Zuschauer im gesamten Weltall übertragen, während im Hintergrund Jim Rogor und seine Weltraum-Mafia die Fäden aus Glücksspiel, Drogen und Verrat ziehen. Wicked Vision widmet sich mit "Arena" nun einem weiteren Kapitel aus der legendären Empire-Pictures-Schmiede um Charles Band und veröffentlicht den Kultfilm erstmals völlig ungekürzt, komplett synchronisiert und in einem Mediabook, das dem Charme dieser schrägen Weltraum-Rocky-Variante alle Ehre macht.


Handlung: Vom Kurzauftragskoch zum Champion der Galaxis


Steve Armstrong fristet sein Dasein als Kurzauftragskoch auf einer Raumstation irgendwo im All, bis eine handfeste Prügelei mit einem alienhaften Stammgast sein Leben schlagartig verändert. Sein unverhoffter Sieg bleibt nicht unbemerkt: Die attraktive Managerin Mrs. Quinn erkennt sein Potenzial und bietet ihm die Chance, in der berüchtigten Todes-Arena anzutreten, jenem intergalaktischen Kampfsport-Spektakel, in dem seit fünfzig Jahren kein Mensch mehr auch nur annähernd erfolgreich war. Unterstützt von seinem loyalen Coach Shorty wagt Steve den Sprung aus der Gosse der Galaxis in Richtung Ruhm, muss sich dabei aber nicht nur dem übermächtigen Champion Horn stellen, sondern gerät auch zwischen die Fronten von Rogors gerissenen Handlangern Weasel und dem durchgeknallten Computerfreak Skull. Die Chancen, die Arena lebend zu verlassen, stehen eins zu einer Million, doch genau aus diesem Underdog-Stoff bezieht der Film seinen unwiderstehlichen Trash-Charme.


Regisseur Peter Manoogian: Empires Mann für ambitionierte B-Movie-Kost


Für "Arena" erhielt Peter Manoogian von Empire Pictures mit rund zwei Millionen Dollar eines der größten Budgets, das die Produktionsfirma je für ein einzelnes Projekt bereitstellte, und damit auch die Verantwortung für eines ihrer ambitioniertesten Vorhaben. Manoogian hatte sich zuvor bereits mit Genrebeiträgen wie "Eliminators" und "Enemy Territory" einen Namen als verlässlicher Regisseur für effektvolle, aber budgetbewusste Science-Fiction-Unterhaltung gemacht, und auch bei "Arena" gelingt es ihm, aus überschaubaren Mitteln ein visuell überraschend opulentes Weltraum-Kolosseum zu zaubern. Gedreht wurde in den alten Studios von Dino De Laurentiis in Rom, wo Empire zu jener Zeit einen Großteil seiner Produktionen realisierte. Die Fertigstellung des Films fiel jedoch ausgerechnet mit dem finanziellen Zusammenbruch von Empire Pictures zusammen, weshalb "Arena" mehrere Jahre in der Schublade verschwand, ehe es schließlich seinen Weg in die Kinos und auf Video fand.


Die Besetzung: Zukünftige Serienstars unter sich


In der Hauptrolle des Steve Armstrong überzeugt Paul Satterfield mit jugendlichem Charme und einer physischen Präsenz, die ihm nicht zufällig gelegentlich Vergleiche mit einem blonden Christopher Reeve einbrachte. An seiner Seite sorgt Hamilton Camp als Coach Shorty für die comichaft-warmherzige Note des Films und liefert mit seinem Gespür für Situationskomik einige der einprägsamsten Momente ab. Claudia Christian verkörpert die toughe Managerin Mrs. Quinn und beweist dabei bereits jene Präsenz, die sie wenig später in ihrer prägenden Rolle bei "Babylon 5" zu einem Fixstern des Science-Fiction-Fernsehens machen sollte. Als Antagonist Rogor liefert Marc Alaimo eine herrlich genüsslich böse Performance ab, die schon deutlich die Statur des späteren Gul Dukat aus "Star Trek: Deep Space Nine" erkennen lässt. Tatsächlich liest sich die Besetzungsliste von "Arena" im Rückblick wie eine Vorschau auf das Science-Fiction-Fernsehen der neunziger Jahre, denn gleich mehrere Darsteller sollten wenige Jahre später auf den Raumstationen von Babylon 5 und Deep Space Nine ihre bekanntesten Rollen finden.


Charles Band und Empire Pictures: Das ambitionierteste Projekt der Studiogeschichte


"Arena" gilt vielfach als eines der größten und aufwendigsten Projekte, die Charles Bands Empire Pictures je auf die Beine gestellt hat. Das ursprüngliche Drehbuch stammt von Danny Bilson und Paul De Meo, die schon mit "Zone Troopers" und "Trancers" ihre Vorliebe für nostalgische Genre-Mischungen unter Beweis gestellt hatten, ehe sie das Projekt zugunsten ihrer Arbeit an der Fernsehserie "The Flash" verließen und das Skript in der Folge noch mehrfach überarbeitet wurde. Band setzte bei "Arena" konsequent auf aufwendige praktische Effekte statt auf die damals aufkommende Computertechnik, was sich vor allem in der beeindruckenden Vielfalt der außerirdischen Kreaturen und Maskenbildeffekte niederschlägt, an denen unter anderem die Effektkünstler Steve Wang und Screaming Mad George mitwirkten. Damit reiht sich "Arena" nahtlos in jene Reihe von Empire-Produktionen ein, die mit überschaubaren Mitteln und viel Kreativität ein Kinoerlebnis erschufen, das seinen fehlenden Feinschliff mit schierer Begeisterung für das Genre wettmachte.


Das Mediabook von Wicked Vision


Wicked Vision veröffentlicht "Arena" als Mediabook, das Blu-ray und DVD in einem Set vereint und dabei sowohl High-Definition-Fans als auch Sammlern mit klassischem Player entgegenkommt. Der Film liegt hier erstmals völlig ungekürzt und komplett synchronisiert vor, was für einen Titel aus dem Empire-Katalog keine Selbstverständlichkeit ist. Begleitet wird die Veröffentlichung von einem vierundzwanzigseitigen Booklet mit einem Essay von Christoph N. Kellerbach, der den Film in den größeren Kontext von Charles Bands Schaffen und die bewegte Produktionsgeschichte rund um den finanziellen Kollaps von Empire Pictures einordnet und damit den Sammlerwert dieser Ausgabe zusätzlich unterstreicht.
Das Bonusmaterial fällt erneut umfangreich aus, wobei die Blu-ray gegenüber der DVD noch eine zusätzliche Alternative Vollbild-Version des Films bereithält, die einen interessanten Vergleich zur regulären Kinobildformatierung erlaubt. Den Kern des Bonusprogramms bildet auf beiden Formaten ein Audiokommentar mit Regisseur Peter Manoogian, der aus erster Hand über die turbulente Entstehungsgeschichte des Films und die Produktionsbedingungen bei Empire Pictures berichtet. Ergänzt wird dies durch das Interview "Not His Arena" mit Drehbuchautor Danny Bilson, der auf die zahlreichen Drehbuchüberarbeitungen und seinen vorzeitigen Ausstieg aus dem Projekt zurückblickt, sowie durch "Empire of Creatures", ein Gespräch mit Special-Effects-Künstler Michael Deak, der neben seiner Arbeit an den aufwendigen Kreaturendesigns im Film selbst auch als Darsteller des Champions Horn zu sehen ist und damit gleich aus doppelter Perspektive über die Produktion Auskunft geben kann. Abgerundet wird das Bonusmaterial durch Trailer und eine Bildergalerie, die noch einmal die liebevoll gestalteten Kreaturen und Kulissen der Todes-Arena in Erinnerung rufen.


Fazit


"Arena" ist ein Paradebeispiel für jene Empire-Pictures-Philosophie, die aus begrenzten Mitteln und großen Ambitionen ein einzigartiges Genre-Erlebnis schuf. Die Kombination aus Rocky-artiger Underdog-Geschichte, opulenten Kreaturendesigns und einer Besetzung, die im Rückblick wie ein Who-is-Who des kommenden Science-Fiction-Fernsehens wirkt, macht den Film zu einem echten Vergnügen für Fans des klassischen Trash-Kinos. Wicked Vision liefert mit diesem Mediabook die bislang beste Möglichkeit, sich diesem Kultfilm in ungekürzter Form zu nähern, und rundet die Veröffentlichung mit einem fundierten Booklet-Essay sowie einem Bonusprogramm ab, das sowohl die kreative als auch die produktionstechnische Seite des Films ausführlich beleuchtet. Eine klare Empfehlung für alle, die sich für die goldene Ära des unabhängigen Genre-Kinos begeistern.