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Wenn zwei Genres aufeinandertreffen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, dann entsteht daraus entweder ein vergessenswerter Betriebsunfall oder ein liebenswertes Kuriosum, das genau deshalb im Gedächtnis bleibt. "Zone Troopers" aus dem Jahr 1985 gehört klar in die zweite Kategorie. Der Film verschmilzt das klassische Kriegsdrama mit trashiger Science-Fiction und schafft damit ein B-Movie-Vergnügen, das seinen Charme aus genau dieser schrägen Kombination zieht. Wicked Vision widmet diesem Kuriosum nun ein liebevoll gestaltetes Mediabook, das Blu-ray und DVD gemeinsam mit einer beeindruckenden Fülle an Bonusmaterial vereint und damit noch einmal unterstreicht, wie ernst der Verleih die Aufarbeitung von Genre-Perlen aus der zweiten Reihe nimmt.


Handlung: Wehrmacht trifft Weltraum


Italien, mitten im Zweiten Weltkrieg: Eine kleine Gruppe amerikanischer Soldaten unter dem Kommando des schroffen, aber loyalen Sergeant Stone gerät hinter die feindlichen Linien und muss sich fortan allein durch unwegsames Gelände schlagen. Was als klassisches Kriegsszenario beginnt, nimmt schnell eine bizarre Wendung, als die versprengte Truppe auf ein abgestürztes außerirdisches Raumschiff stößt. Der Pilot ist bei der Bauchlandung ums Leben gekommen, doch ein humanoider Überlebender ist noch am Leben – und gerät prompt zwischen die Fronten, denn auch die deutschen Truppen haben Wind von dem Wrack bekommen und wittern militärisches Potenzial in der fremden Technologie. Während sich die GIs mit dem schweigsamen Alien anfreunden, formiert sich eine Rettungsmission aus dem All, und am Ende steht ein munteres Durcheinander aus Nazi-Jägern, Laserwaffen und Big-Band-Musik, das sich mit hörbarem Vergnügen selbst nicht zu ernst nimmt.


Danny Bilson: Der Beginn einer ungewöhnlichen Karriere


"Zone Troopers" markiert das Regiedebüt von Danny Bilson, der das Drehbuch gemeinsam mit seinem langjährigen kreativen Partner Paul De Meo verfasste. Die beiden hatten bereits kurz zuvor mit "Trancers" für Charles Band gearbeitet, und ihre Vorliebe für trashige Genre-Versatzstücke, die sie mit spürbarer Zuneigung zur Popkultur der vierziger und fünfziger Jahre verbinden, zieht sich als roter Faden durch ihr gemeinsames Schaffen. Bilson und De Meo verstanden es, alte Schwarzweiß-Kriegsfilme und Pulp-Science-Fiction gleichermaßen zu zitieren, ohne dabei in reine Parodie abzugleiten – eine Gratwanderung, die ihnen wenige Jahre später mit dem deutlich größer budgetierten "The Rocketeer" noch einmal gelingen sollte. Für Bilson war "Zone Troopers" somit ein früher Beweis seines Gespürs für nostalgische, augenzwinkernde Genre-Unterhaltung, das seine spätere Karriere als Autor und Produzent maßgeblich prägen sollte.


Die Besetzung: Vertraute Gesichter aus dem Band-Universum


Tim Thomerson gibt als Sergeant Stone den moralischen Anker der Truppe und liefert genau jene Mischung aus Kernigkeit und trockenem Humor ab, die ihn zu einem der verlässlichsten Gesichter im Empire-Pictures-Kosmos machte. Thomerson, der wenig später als Jack Deth in "Trancers" endgültig Kultstatus erlangen sollte, bringt dem schrulligen Stoff eine erdende Präsenz mit, die den Film immer wieder zusammenhält, wenn die Handlung ins Absurde abdriftet.


An seiner Seite agiert Timothy Van Patten als der junge, redselige Soldat Joey, der ständig Groschenhefte über Weltraumabenteuer wälzt und mit seiner naiven Begeisterung für das Unbekannte einen deutlichen Kontrast zum abgeklärten Sergeant bildet. Art LaFleur verkörpert den Corporal Mittens, während Biff Manard als Kriegsberichterstatter Dolan dem Ensemble eine zusätzliche komödiantische Note verleiht. Alle vier Darsteller kannten sich bereits aus "Trancers", was der Truppe im Film eine eingespielte, fast familiäre Chemie verleiht, die man ihrer Notlage hinter feindlichen Linien durchaus abnimmt.


Charles Band und Empire Pictures: Genre-Kino als Geschäftsmodell


Ohne Charles Band ist die Geschichte des unabhängigen Genre-Kinos der achtziger Jahre kaum zu erzählen. Mit seiner Produktionsfirma Empire Pictures etablierte er ein Geschäftsmodell, das auf schnelle Produktionszeiten, schmale Budgets und einen unverkennbaren Sinn für schrullige Konzepte setzte. "Zone Troopers" war dabei eine seiner ersten Produktionen, die tatsächlich in Italien gedreht wurden, wohin Band einen Großteil seiner Produktionstätigkeit verlagert hatte, um von günstigeren Drehbedingungen und authentischen historischen Kulissen zu profitieren. Als ausführender Produzent gab Band dem jungen Regisseur Bilson die kreative Freiheit, seine ungewöhnliche Genre-Mischung umzusetzen, während Bands Bruder Richard für die musikalische Untermalung sorgte, die dem Film seinen nostalgischen Big-Band-Charme verleiht. Empire Pictures steht damit exemplarisch für eine Ära des Kinos, in der Kreativität und Improvisationsgeist knappe Budgets wettmachen mussten, und "Zone Troopers" ist ein charmantes Zeitzeugnis genau dieser Philosophie.


Das Mediabook von Wicked Vision


Wicked Vision präsentiert "Zone Troopers" in einem Mediabook, das Blu-ray und DVD gemeinsam in einem Set vereint und damit sowohl Sammler mit klassischem DVD-Spieler als auch Cineasten mit hochauflösendem Heimkino anspricht. Begleitet wird die Veröffentlichung von einem zwanzigseitigen Booklet, das neben Bildmaterial ein Essay von Christoph N. Kellerbach enthält. Kellerbach ordnet den Film darin in den größeren Kontext von Charles Bands Schaffen und der Genre-Kinolandschaft der achtziger Jahre ein und liefert damit für Fans die passende historische und kritische Einordnung, die über eine reine Inhaltsangabe weit hinausgeht.


Das Bonusmaterial auf Blu-ray und DVD ist identisch und fällt für einen Film dieser Kategorie erfreulich umfangreich aus. Herzstück sind gleich zwei Audiokommentare: Zum einen blicken Regisseur Danny Bilson und Drehbuchautor Paul De Meo gemeinsam auf die Entstehung des Films zurück und geben dabei Einblicke in die kreative Zusammenarbeit, die sie über Jahrzehnte hinweg verbindet. Zum anderen liefern die Journalisten Dave Wain und Matty Budrewicz eine zweite, aus der Fan- und Kritikerperspektive geprägte Einordnung, die den Film in die größere Geschichte des Italo-Genrekinos und der Empire-Pictures-Ära einbettet.


Ergänzt wird dies durch mehrere Interviews, die unterschiedliche Perspektiven auf den Film eröffnen. In "Kim Newman über 'Zone Troopers'" ordnet der renommierte britische Filmkritiker das Werk kenntnisreich in die Tradition des Trash- und Genre-Kinos ein. "Pulp History – Revisiting Zone Troopers" lässt Regisseur Danny Bilson selbst noch einmal auf die Produktion zurückblicken, während die Making-of-Dokumentation "Not From This Planet" mit Executive Producer Charles Band, Regisseur Danny Bilson, Editor Ted Nicolaou und Komponist Richard Band gleich mehrere zentrale Stimmen hinter der Kamera versammelt und damit ein facettenreiches Bild der Entstehungsgeschichte zeichnet. Mit "The Iron Sarge" widmet sich ein weiteres Interview ganz Hauptdarsteller Tim Thomerson, der auf seine Rolle als Sergeant und seine Zeit im Empire-Pictures-Umfeld zurückblickt.


Abgerundet wird das Paket durch eine Bildergalerie sowie gleich zwei Trailer-Fassungen, einmal im Kinoformat 1.85:1 und einmal in Vollbild, die einen schönen Vergleich der unterschiedlichen historischen Vermarktungsstrategien erlauben. Als kleines Schmankerl für aufmerksame Sammler versteckt sich zudem ein Hidden Feature auf der Scheibe, das Entdeckerfreude belohnt und dem Release einen zusätzlichen Sammlerreiz verleiht.


Fazit


"Zone Troopers" ist kein perfekter Film, aber genau das macht seinen Reiz aus. Die Mischung aus Kriegsdrama und trashiger Alien-Invasion funktioniert dank der sympathischen Besetzung und des unverkennbaren Empire-Pictures-Charmes erstaunlich gut, auch wenn die Effekte und die Inszenierung deutlich ihr Alter und ihr schmales Budget zeigen. Wicked Vision hat dem Film mit diesem Mediabook eine Veröffentlichung spendiert, die dem kultigen Status des Werks vollauf gerecht wird. Die Fülle an Interviews, gleich zwei Audiokommentaren und dem fundierten Booklet-Essay macht diese Ausgabe zu einer Pflichtanschaffung für alle, die sich für die Geschichte von Charles Bands Empire Pictures und das schräge Genre-Kino der achtziger Jahre begeistern.