Neue Geschichten vom Pumuckl – Staffel 2 auf Blu-ray (Constantin Film / Leonine)
Der rothaarige Kobold ist zurück, und mit ihm ein Duo, das sich in der ersten Staffel bereits fest ins Herz des Publikums gespielt hat. Mit der zweiten Staffel von „Neue Geschichten vom Pumuckl" bringen Constantin Film und Leonine die Fortsetzung der modernen Neuauflage des Kult-Klassikers von Ellis Kaut nun komplett auf zwei Discs ins heimische Wohnzimmer.
Der Hauptdarsteller: Florian Brückner
Florian Brückner, 1984 in München geboren, ist im deutschen Fernsehen alles andere als ein Unbekannter – und doch verdankt er seinen Weg vor die Kamera einem eher zufälligen Umstand. Als sein älterer Bruder Maximilian Brückner, damals Schüler an der Otto-Falckenberg-Schule, für einen ZDF-Krimi angefragt wurde, aber von der Schauspielschule nicht freigestellt werden konnte, empfahl er der Casterin kurzerhand seinen jüngeren Bruder. Florian Brückner ging unvoreingenommen zum Casting, bekam die Rolle, meldete sich bei einer Agentur an und fand so seinen Weg zur Schauspielerei – zunächst über die Theaterbühne, ehe weitere Film- und Fernsehrollen folgten. Sein Kamerawerk-Debüt hatte er bereits 2002 in Dagmar Hirtz' Fernsehspiel „Der Tod ist kein Beweis". Bemerkenswert an seiner Familie: Gleich sieben seiner Geschwister – neben Maximilian auch Dominikus, Franz-Xaver, Susanne und Isabella Brückner – sind ebenfalls im Schauspielberuf tätig, mit Maximilian stand er unter anderem in „Räuber Kneißl" gemeinsam vor der Kamera.
Ungewöhnlich für einen Fernsehstar seines Formats: Brückner ist bis heute hauptberuflich zu einem Großteil im Rettungsdienst als Notfallsanitäter tätig, während der Dreharbeiten zum Pumuckl nahm er dafür unbezahlten Urlaub. Seit 2023 verkörpert er als Neffe des einst von Gustl Bayrhammer gespielten Schreinermeisters Eder die Hauptrolle des Florian Eder, der die verwaiste Schreinerei seines Onkels erbt und dabei unverhofft dessen kobold-artiges Erbe mitübernimmt. Für Brückner, der die Vergleiche mit dem übermächtigen Original bewusst nicht suchte, sondern eigenen Angaben zufolge eine ganz eigene Interpretation der Figur anstrebte, war die wichtigste Bestätigung seines Erfolgs dabei nicht der Applaus der Kritik, sondern die Begeisterung seiner eigenen Kinder. Besonders unterhaltsam gestalteten sich für ihn die Dreharbeiten mit Maxi Schafroth, der dem Pumuckl seine Stimme leiht – diese wurde im Anschluss per Künstlicher Intelligenz an die unverwechselbare Originalstimme von Hans Clarin angeglichen, sodass Zuschauer zwischen beiden Versionen wählen können.
Die Handlung der zweiten Staffel
Nachdem Pumuckl und Florian Eder in der ersten Staffel zu einem unzertrennlichen Duo zusammengewachsen sind, erleben sie nun viele neue Abenteuer voller Spaß und Schabernack, Herzlichkeit und Humor. Die Grundkonstellation bleibt dabei die vertraute: Ein altes Koboldsgesetz verpflichtet Pumuckl, für immer bei jenem Menschen zu bleiben, dem er einmal sichtbar geworden ist – in diesem Fall Florian Eder, der seinen bisherigen Job aufgegeben hat, um die Schreinerwerkstatt seines verstorbenen Onkels wiederzubeleben und in der Wohnung darüber einzuziehen. Die neuen Episoden führen das bewährte Muster aus warmherziger Situationskomik und kindgerechtem Schabernack fort und bauen dabei auf dem in Staffel eins etablierten Beziehungsgeflecht rund um Werkstatt, Nachbarschaft und Familie auf, ohne dabei den eigentlichen Kern der Serie – die liebevolle Freundschaft zwischen dem tollpatschigen Schreiner und seinem unsichtbaren Hausgeist – aus den Augen zu verlieren.
Einordnung
Dass sich RTL mit dieser Neuauflage eines der bekanntesten deutschen Kinderserien-Stoffe überhaupt heranwagte, war ein durchaus mutiger Schritt, zumal Modernisierungen kultiger Vorlagen häufig scheitern. Der Erfolg der ersten Staffel, die sogar eine Nominierung für den Grimme-Preis erhielt, hat diesem Wagnis jedoch recht gegeben und den Weg für die Fortsetzung geebnet. Die zweite Staffel setzt konsequent auf das bewährte Rezept, statt sich in Richtung radikaler Neuerungen zu bewegen, und bietet damit genau jene Mischung aus Nostalgie und zeitgemäßer Erzählweise, die bereits den Auftakt der Reihe ausgezeichnet hat.
Bonusmaterial und Ausstattung
Die Blu-ray-Veröffentlichung von Constantin Film im Vertrieb von Leonine bündelt die komplette zweite Staffel auf zwei Discs und macht damit sämtliche neuen Episoden in einem Rutsch zugänglich, ohne dass auf Streaming-Verfügbarkeit gewartet werden muss. Als Bonusmaterial liegt der Veröffentlichung ein Making-of bei, das einen Blick hinter die Kulissen der Produktion erlaubt und dabei sowohl auf die Dreharbeiten mit dem jungen wie erwachsenen Ensemble als auch auf die technischen Besonderheiten rund um die Umsetzung des Kobolds eingehen dürfte – ein willkommener Einblick gerade für jene Fans, die sich für das ungewöhnliche Zusammenspiel aus klassischem Kinderfernsehen und moderner Stimmtechnologie interessieren.
Fazit
Die zweite Staffel von „Neue Geschichten vom Pumuckl" führt fort, was die erste Staffel so erfolgreich begonnen hat: eine warmherzige, humorvolle Neuinterpretation des Ellis-Kaut-Klassikers, die von Florian Brückner mit sympathischer Bodenständigkeit getragen wird. Die Blu-ray-Veröffentlichung von Constantin Film und Leonine bündelt die komplette Staffel übersichtlich auf zwei Discs und liefert mit dem Making-of einen netten, wenn auch überschaubaren Einblick hinter die Kulissen. Für Familien und Pumuckl-Fans, die die Serie nicht dem Streaming-Zufall überlassen möchten, eine runde Sache.