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Assassin's Creed Shadows – Der Weg eines Ninja zwischen Schatten und Pflicht


Mit dem Erfolg von „Assassin's Creed Shadows" hat Ubisofts Videospielreihe erneut bewiesen, dass sich der jahrhundertealte Konflikt zwischen Templerorden und Assassinen in nahezu jede historische Epoche transportieren lässt – und mit dem feudalen Japan hat die Reihe diesmal einen Schauplatz gewählt, der sich geradezu ideal für erzählerische Erweiterungen jenseits des eigentlichen Spiels eignet. Bei Panini erscheint nun der offizielle Prequel-Manga zu diesem Erfolgstitel, der die Geschichte nicht auf den Spielprotagonisten fokussiert, sondern einen eigenständigen Weg beschreitet, um die Welt von Shadows zu vertiefen.


Ein Junge auf dem Weg zum Schatten


Im Zentrum der Handlung steht Fujibayashi Masayasu, dessen beschwerlicher Werdegang zum Ninja den erzählerischen roten Faden des Mangas bildet. Diese Entscheidung, die Geschichte um eine Ausbildungsreise herum zu konstruieren, erweist sich als kluger Schachzug, denn sie erlaubt es, die Leserschaft gleichermaßen in die Techniken, die Philosophie und die gesellschaftliche Stellung der Ninja einzuführen, wie es auch die Videospielvorlage mit ihren Protagonisten Naoe und Yasuke tut. Masayasu ist dabei kein von Anfang an makelloser Held, sondern eine Figur, die sich ihre Fähigkeiten und ihr Verständnis für die Bürde des Schattenlebens erst erarbeiten muss – ein klassisches, aber wirkungsvolles Erzählmuster, das gerade in Verbindung mit dem historischen Setting seine Stärke entfaltet.


Legendäre Gefährten aus Geschichte und Fiktion


Besonders reizvoll an diesem Manga ist die Einbindung historisch verbürgter Figuren der japanischen Ninja-Tradition. Momochi Sandayuu und Hattori Hanzou, beides Namen, die weit über das Assassin's Creed-Universum hinaus Bekanntheit genießen und fest in der japanischen Geschichtsschreibung und Popkultur verankert sind, stehen Masayasu auf seinem Weg zur Seite. Diese Verknüpfung von historischer Authentizität und der ohnehin schon reichhaltigen Assassin's-Creed-Mythologie verleiht der Geschichte eine zusätzliche Tiefendimension, die über die reine Videospiel-Referenz hinausgeht. Ergänzt wird dieses Ensemble durch die geheimnisvolle Tsuyu, deren Andeutung von Rätselhaftigkeit bereits im Klappentext für Spannung sorgt und typisch ist für die Art, wie Assassin's-Creed-Geschichten ihre Nebenfiguren mit Andeutungen und ungeklärten Hintergründen versehen.


Die Provinz Iga als Mikrokosmos eines größeren Konflikts


Die Handlung verortet sich zunächst in der Provinz Iga, jener historisch für ihre Ninja-Traditionen bekannten Region, die im Manga zum Ausgangspunkt eines Konflikts wird, der schnell über die lokalen Grenzen hinauswächst. Was als Bedrohung für die Sicherheit von Iga beginnt, entwickelt sich zu einer Gefahr, die letztlich ganz Japan betrifft. Diese Eskalation vom Lokalen zum Nationalen ist ein bewährtes erzählerisches Mittel, das dem jugendlichen Protagonisten Masayasu erlaubt, in seiner Bedeutung und Verantwortung mitzuwachsen, während gleichzeitig der übergeordnete Konflikt zwischen Templerorden und Assassinen, der das gesamte Franchise durchzieht, in diesem neuen historischen Kontext seine Spuren hinterlässt.


Ein Leben im Schatten, um dem Licht zu dienen


Die zentrale thematische Klammer des Mangas – die Formel vom Leben im Schatten, das dem Licht dient – fasst treffend zusammen, worum es in der Ninja-Philosophie und letztlich auch in der gesamten Assassin's-Creed-Mythologie geht: den Verzicht auf Anerkennung und Sichtbarkeit zugunsten eines höheren Zwecks. Masayasus Entscheidung, diesen Weg zu beschreiten, ist damit mehr als eine bloße Berufswahl, sie ist eine existenzielle Weichenstellung, die den moralischen Kern der Geschichte der Ninja bildet, die Japan beschützen. Gerade diese philosophische Grundierung unterscheidet den Manga von reiner Action-Unterhaltung und verleiht ihm eine erzählerische Ernsthaftigkeit, die Fans der Reihe zu schätzen wissen dürften.


Mehrwert für Spieler von Shadows


Als offizieller Prequel-Manga zum Videospiel richtet sich dieser Band naturgemäß in erster Linie an jene, die sich bereits mit „Assassin's Creed Shadows" beschäftigt haben oder sich intensiver mit der Vorgeschichte auseinandersetzen möchten. Der beigelegte Zugangscode für einen In-Game-Gegenstand unterstreicht diese enge Verzahnung zwischen den Medien und macht den Band zu einem attraktiven Sammelobjekt für Spieler, die ihre Erfahrung mit dem Videospiel um eine erzählerische Komponente ergänzen möchten. Gleichzeitig funktioniert die Geschichte um Masayasu, Momochi Sandayuu und Hattori Hanzou aber auch für Leser, die primär an gut erzählten Ninja-Geschichten im historischen Japan interessiert sind, unabhängig von ihrer Vertrautheit mit dem Spiel.


Fazit


„Assassin's Creed Shadows" gelingt als Manga-Prequel ein überzeugender Spagat zwischen Videospiel-Tie-in und eigenständig funktionierender Coming-of-Age-Geschichte im Ninja-Milieu. Die Kombination aus historisch verankerten Figuren wie Hattori Hanzou und Momochi Sandayuu, der nachvollziehbaren Entwicklung des jungen Masayasu und der thematischen Tiefe rund um Pflicht, Verzicht und den Schutz Japans macht diesen Band zu einer lohnenswerten Lektüre für Fans des Franchise und Freunde historischer Ninja-Geschichten gleichermaßen. Mit dem zusätzlichen In-Game-Bonus rundet Panini das Gesamtpaket für Spieler von Shadows noch einmal ab.