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Batman/Superman: World's Finest, Bd. 7 – Horror-Trip auf der Bizarro-Welt


Ein Universum voller schiefer Spiegelbilder


Mark Waid hat mit World's Finest längst bewiesen, dass er wie kaum ein anderer Autor das Gespür für den warmherzigen, unverkrampften Team-up-Spirit klassischer Superhelden-Comics zu reaktivieren versteht. Der Mann, der mit Kingdom Come einst eine der bedeutendsten Alterswerk-Visionen des DC-Universums schrieb, zeigt sich in diesem siebten Sammelband einmal mehr als Meister der leichtfüßigen, aber keineswegs seichten Unterhaltung. Die Sammlung, die die Ausgaben 40 bis 44 der US-Serie zusammenfasst, führt Batman und Superman diesmal in eines der schrägsten Winkel des DC-Kosmos: die Bizarro-Welt, jenes verzerrte Spiegeluniversum, in dem alles verkehrt, verdreht und auf herrlich absurde Weise falsch ist.


Als ausgerechnet Bizarro Nr. 1 und Batzarro – die grotesken Gegenstücke des Dunklen Ritters und des Mannes aus Stahl – das Super-Duo um Hilfe bitten, ahnen weder Batman noch Superman, worauf sie sich einlassen. Was folgt, ist ein Abenteuer, das gleichermaßen komödiantisch und existenziell bedrohlich daherkommt: Der Fortbestand der gesamten Bizarro-Welt steht auf dem Spiel, und die beiden Helden müssen sich in einer Umgebung zurechtfinden, deren Logik sich systematisch jeder Logik verweigert.


Zwischen Talkshow-Terror und Teenager-Herzschmerz
Doch Waid belässt es nicht bei einer einzigen Geschichte. Der Band verwebt gleich mehrere Erzählstränge zu einem abwechslungsreichen Gesamtpaket, das die Bandbreite des World's Finest-Konzepts eindrucksvoll unterstreicht. Da wäre zum einen die herrlich absurde Bedrohung, die über Metropolis hereinbricht, während das titelgebende Team ausgerechnet im Würgegriff einer Talkshow gefangen ist – eine Situation, die zeigt, wie geschickt Waid ernsthafte Superhelden-Action mit Slapstick-Elementen und medienkritischem Witz zu verbinden weiß. Zum anderen bekommt auch die jüngere Generation ihren Auftritt: Robin und Supergirl treffen nach ihrem ersten, gründlich missglückten Date erneut aufeinander, und die daraus entstehende Mischung aus jugendlicher Unbeholfenheit und aufkeimender Zuneigung sorgt für einige der charmantesten Momente des Bandes.


Zeichnerische Vielfalt mit klarer Handschrift


Für die visuelle Umsetzung zeichnen sich Adrián Gutiérrez, bekannt durch seine Arbeit an Blue Beetle, sowie Lucas Meyer, der zuletzt mit Titans auf sich aufmerksam machte, verantwortlich. Beide Künstler bringen einen dynamischen, klar lesbaren Stil mit, der sich hervorragend für das breite Spektrum des Bandes eignet – von der grotesken Deformation der Bizarro-Welt, die sich zeichnerisch in bewusst schiefen Proportionen und verzerrten Gesichtszügen niederschlägt, bis hin zu den wärmeren, emotional aufgeladenen Szenen zwischen Robin und Supergirl. Gerade der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Tonalitäten der einzelnen Geschichten verlangt den Zeichnern einiges an stilistischer Flexibilität ab, der beide souverän gerecht werden.


Fazit


Wer World's Finest bereits als verlässliche Quelle klassischer, warmherziger Superhelden-Unterhaltung schätzen gelernt hat, wird auch mit diesem siebten Band bestens bedient. Mark Waid gelingt es erneut, Ehrfurcht vor dem Vermächtnis dieser Figuren mit einer erfrischenden Portion Humor und erzählerischer Experimentierfreude zu verbinden. Der Ausflug auf die Bizarro-Welt liefert dabei den perfekten Rahmen für absurde Situationskomik, ohne dabei die emotionale Tiefe zu vernachlässigen, die die Geschichten um Robin und Supergirl mit sich bringen. Ein rundum gelungener, kurzweiliger Band für alle Fans des klassischen DC-Team-up-Gedankens.