Barbarian Saga: The Beastmaster – Vorschau (PS5)
Eine Liebeserklärung an die Fantasy-Filme der 80er
Es gibt Spiele, die sich mit ihrer Ästhetik regelrecht auf die Brust klopfen, und Barbarian Saga: The Beastmaster gehört unübersehbar dazu. Das spanische Studio Dormidin Studio, das gemeinsam mit Publisher Selecta Play für den Titel verantwortlich zeichnet, verhehlt seine Inspirationsquellen nicht im Geringsten: Filme wie Beastmaster, Conan der Barbar und Deathstalker aus den achtziger und frühen neunziger Jahren stehen ebenso Pate wie die Videospielklassiker Castlevania, Golden Axe und Ghouls 'n' Ghosts. Wer mit dieser Ära der Sword-and-Sorcery-Popkultur etwas anfangen kann, dürfte bei den ersten Trailern bereits wehmütig werden, denn genau jenes rohe, leicht schmierige Fantasy-Flair, das damals VHS-Regale füllte, wird hier mit sichtlicher Zuneigung wieder zum Leben erweckt.
Arborea nach dem Portalkrieg
Die Handlung siedelt sich in der Welt Arborea an, kurz nach den verheerenden Kriegen um die Portale, die das Land in Trümmer gelegt haben. Der brüchige Frieden, der daraufhin einkehrte, zerbricht erneut, als der neue König von Imperia gemeinsam mit dem Heiligen Königreich einen Feldzug gegen die nichtmenschlichen Völker beginnt, unterstützt von einem der letzten Zauberer Arboreas, Trece XIII, und dessen Generälen. In dieser Ausgangslage tritt die Prophezeiung in Kraft: Eine auserwählte Gestalt soll Menschen und Bestien vereinen. Diese Rolle übernimmt Ren, die letzte verbliebene Beastmasterin, die im Verlauf des Abenteuers die Seelen von Kreaturen absorbiert, um sich deren Fähigkeiten anzueignen und sich in verschiedene Formen zu verwandeln.
Metroidvania-Struktur trifft auf Kampfsystem mit Ambition
Spielerisch positioniert sich Barbarian Saga: The Beastmaster als klassisches, 2,5-dimensionales Metroidvania mit durchgängig zusammenhängender Kartenstruktur, in der neu erlernte Beastmaster-Fähigkeiten sukzessive bislang unzugängliche Bereiche öffnen. Ein System aus sogenannten Beads, die sich zu einer Ritualkette auffädeln lassen, soll dabei für Build-Vielfalt sorgen: Fangzähne, Amulette und Pflanzenwurzeln versprechen unterschiedliche Auswirkungen auf Angriffskraft, Lebenspunkte oder Mana und erlauben damit eine gewisse Feinabstimmung des eigenen Spielstils. Besonders spannend liest sich die Ankündigung spezieller Arena-Duelle, die mit näher heranrückender Kamera und Energiebalken im Stil klassischer Kampfspiele inszeniert werden sollen, was auf eine bewusste stilistische Abgrenzung von den eher fließenden Auseinandersetzungen der offenen Spielwelt hindeutet.
Handgezeichnete Optik als Herzstück
Das auffälligste Merkmal des Spiels bleibt jedoch seine visuelle Umsetzung. Sämtliche Charaktere und Umgebungen basieren auf hunderten handgezeichneten Skizzen, die traditionell animiert wurden, ein Verfahren, das im aktuellen Indie-Markt zunehmend selten geworden ist und dem Spiel eine unverwechselbare, beinahe comichafte Textur verleiht. In Kombination mit dem erklärten Anime-Einfluss auf die Charakterdarstellung entsteht eine visuelle Identität, die sich klar von den zahlreichen Pixelart-Metroidvanias der letzten Jahre abhebt und stattdessen an die aufwendig animierten Zwischensequenzen älterer Konsolenspiele erinnert.
Ausblick auf den Release
Barbarian Saga: The Beastmaster erscheint am 9. September 2026 für PS5, Xbox Series X/S, PC und Nintendo Switch, wobei für PS5 und Switch explizit auch physische Fassungen bestätigt sind, eine im aktuellen Marktumfeld keineswegs selbstverständliche Geste gegenüber Sammlern. Ein spielbarer Demo-Build wurde bereits im Mai vorgestellt und im Rahmen des Steam Next Fest im Juni einem breiteren Publikum zugänglich gemacht, was zumindest darauf hindeutet, dass sich Kern-Mechaniken und Steuerung zum Zeitpunkt des Release bereits in einem fortgeschrittenen Reifestadium befinden dürften. Ob die ambitionierte Mischung aus Metroidvania-Erkundung, Verwandlungssystem und stilisierten Arenakämpfen tatsächlich zu einem stimmigen Gesamtpaket verschmilzt, lässt sich naturgemäß erst mit dem fertigen Spiel beurteilen. Die Ausgangslage jedenfalls, mit ihrer unverkennbaren visuellen Handschrift und ihrem klar umrissenen popkulturellen Bezugsrahmen, macht neugierig auf mehr.