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Skatesterre – Rückkehr in die goldene Ära des Arcade-Skateboardens


Mit Skatesterre wagt sich der deutsche Publisher Headup Games gemeinsam mit dem Entwicklerstudio Goon Squad an ein Genre, das seit dem Höhepunkt der frühen 2000er-Jahre nie wirklich verschwunden, aber doch deutlich seltener geworden ist: das arcadelastige Skateboard-Spiel im Geiste der frühen Tony-Hawk's-Pro-Skater-Titel. Seit dem 13. August 2026 ist das Spiel für PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch 2 erhältlich und schickt Spielerinnen und Spieler auf die Rollen der niederländischen Skateboarderin und Surferin Sterre Meijer, besser bekannt unter ihrem Szenenamen Surfsterre. Die reale Sportlerin leiht dem Spiel nicht nur ihren Namen, sondern auch ihre Identität als aufstrebende Figur der internationalen Skate-Szene.


Spielprinzip und Steuerung


Wer schon einmal ein klassisches Arcade-Skateboardspiel in der Hand hatte, findet sich in Skatesterre binnen weniger Minuten zurecht. Über ein zeitlich begrenztes Lauf-System – jeder Versuch dauert rund zwei Minuten – gilt es, Tricks aneinanderzureihen, Combos aufzubauen und möglichst hohe Punktzahlen zu erzielen. Das Hauptmenü bietet neben dem Karrieremodus auch eine Einzelsitzung, einen freien Skate-Modus sowie eine Anpassungsoption für Sterres Outfit und ihr Board. Die Karriere bildet dabei das Herzstück: Sieben Schauplätze – von der Fabrik über ein Einkaufszentrum bis hin zu einer Arena – schalten sich nach und nach frei, sobald genug der dort gestellten Aufgaben erfüllt sind. Diese reichen von klassischen Punktzielen über das Einsammeln von Gegenständen bis hin zu ganz bestimmten Tricks an festgelegten Stellen der Karte.


Anders als bei den großen Vorbildern gibt es in Skatesterre keine Sonderleiste und somit auch keine ausufernden Spezialtricks, ebenso wenig Stat-Items zum Aufsammeln – Sterre ist von Beginn an voll ausgestattet und bringt sämtliche Fähigkeiten von der ersten Sekunde an mit. Wer Vielfalt vermisst, findet sie stattdessen im breiten Repertoire an Flips, Grabs, Manuals und Grinds, die sich zu ausufernden Combo-Ketten verbinden lassen. Die Steuerung selbst ist grundsätzlich zugänglich und schnell erlernbar, offenbart bei genauerem Hinsehen jedoch spürbare Schwächen: Die Kamera sitzt zu Beginn unangenehm nah an der Figur, lässt sich glücklicherweise aber weiter nach hinten verstellen. Ärgerlicher sind physikalische Aussetzer – man bleibt gelegentlich in der Level-Geometrie hängen, wird nach einem Grind unvermittelt durch die Luft katapultiert, oder stürzt scheinbar grundlos. Aus dem Stand heraus wieder in Bewegung zu kommen, gelingt zudem nur durch gehaltenen Ollie-Knopf, eine spielerisch nicht ganz nachvollziehbare Design-Entscheidung.


Leveldesign und Präsentation


Die größte Stärke des Spiels liegt im Aufbau seiner sieben Schauplätze. Fabrikhallen mit Stahlrohren und Betonflächen, ein Einkaufszentrum mit verschachtelten Treppen und Rampen sowie ein bunter, chaotischer Wasserpark laden allesamt zum Experimentieren ein und belohnen das Ausprobieren neuer Routen, statt stur auf ein einzelnes Ziel hinzuarbeiten. Auch wer die eigentlichen Missionsziele ignoriert, findet allein im ziellosen Umherfahren und im Verlängern von Combo-Ketten eine gewisse Befriedigung. Optisch bewegt sich Skatesterre bewusst im Retro-Gewand: Die Umgebungen wirken einladend und farbenfroh, wenn auch technisch nicht auf der Höhe der Zeit – eher wie eine modernisierte Erinnerung an Skateboardspiele aus der PlayStation-Ära als ein Grafik-Showcase. Klanglich überzeugt das Spiel dagegen deutlicher: Grinds klingen metallisch scharf, Landungen dumpf und Stürze angemessen schmerzhaft. Besonders hervorzuheben ist der Soundtrack, der sich aus Skatepunk- und Ska-Stücken abseits des Mainstreams zusammensetzt und der Atmosphäre spürbar zugutekommt – inklusive der praktischen Möglichkeit, per Knopfdruck auf dem rechten Stick zwischen den Songs zu wechseln.


Umfang und Wiederspielwert


Mit nur einer spielbaren Figur und einer im Vergleich zu großen Genrevertretern überschaubaren Zahl an Anpassungsoptionen für Kleidung und Board bleibt der Umfang insgesamt bescheiden. Der Karrieremodus geht dabei aber angenehm großzügig mit dem Spielfortschritt um: Wer sich mit hohen Punktzahlen schwertut, kann stattdessen auf alternative Ziele wie das Sammeln bestimmter Gegenstände ausweichen, um Level freizuschalten. Einmal freigespielte Schauplätze lassen sich anschließend im freien Modus beliebig üben, bevor man sich erneut an den Karriere-Zielen versucht – ein sinnvolles Wechselspiel, das die Frustkurve niedrig hält.


Fazit


Skatesterre trägt seine Inspirationsquelle mit Stolz vor sich her und schafft es streckenweise durchaus, die unbeschwerte Energie klassischer Arcade-Skateboardspiele einzufangen – allen voran durch sein durchdachtes Leveldesign und den mitreißenden Soundtrack. Wer allerdings die Feinabstimmung und Konsequenz der großen Genrevorbilder erwartet, wird von den spürbaren Unebenheiten in Steuerung und Physik ausgebremst: Hängenbleibende Grinds, unvorhersehbare Bails und eine anfangs unglücklich positionierte Kamera trüben den ansonsten soliden Gesamteindruck. Als kompaktes, günstiges Arcade-Erlebnis mit klarer Retro-Handschrift funktioniert Skatesterre dennoch – besonders für alle, die der alten Tony-Hawk-Magie noch einmal nachtrauern und dabei über kleinere Schönheitsfehler hinwegsehen können.