Yet Another Zombie Survivors – Review
Ein weiterer Überlebenskampf im übersättigten Genre
Der Name ist Programm und zugleich eine kleine Kampfansage: Yet Another Zombie Survivors positioniert sich selbstironisch als "noch ein weiterer" Vertreter jenes Survivors-Genres, das seit dem Überraschungserfolg von Vampire Survivors regelrecht aus dem Boden schießt. Nach erfolgreicher Early-Access-Phase auf dem PC hat Entwickler Awesome Games Studio sein Werk nun auch auf die PS5 gebracht, und die entscheidende Frage lautet natürlich: Kann sich der Titel in diesem inzwischen dicht gedrängten Marktsegment tatsächlich behaupten, oder verschwindet er tatsächlich in der Masse der ähnlich gelagerten Konkurrenzprodukte?
Bekanntes Fundament, eigene Akzente
Das Grundprinzip dürfte Genrekennern sofort vertraut vorkommen: Auf einer zweidimensionalen Karte aus der Vogelperspektive gilt es, endlosen Horden von Untoten auszuweichen, während die eigenen Waffen automatisch feuern und der Charakter mit fortschreitender Spielzeit immer mächtiger wird. Yet Another Zombie Survivors setzt dabei auf ein Squad-System, bei dem bis zu drei Überlebende gleichzeitig zusammengestellt werden können. Diese Teamzusammenstellung ist mehr als nur kosmetisches Beiwerk, denn die eigentliche Tiefe des Spiels entfaltet sich erst im Zusammenspiel der verschiedenen Waffen und Fähigkeiten der Charaktere. Wer die richtigen Kombinationen findet, wird mit mächtigen Synergien belohnt, die einzelne, zunächst unscheinbare Fähigkeiten zu verheerenden Kombo-Effekten verschmelzen lassen. Dieses Austüfteln der effizientesten Teamzusammenstellung bildet den strategischen Kern, um den sich das gesamte Spielerlebnis dreht.
Die Entwickler beschreiben ihr eigenes Spiel treffend als täuschend simplen, aber süchtig machenden umgekehrten Bullet-Hell-Titel – eine Beschreibung, die den eigentlichen Reiz des Genres gut auf den Punkt bringt. Statt selbst durch Kugelhagel navigieren zu müssen, ist es hier die eigene Feuerkraft, die den Bildschirm in ein Chaos aus Projektilen und explodierenden Zombies verwandelt, während man sich gleichzeitig geschickt durch die anstürmenden Horden manövriert.
Fortschritt zwischen den Runden
Wie im Genre üblich, endet ein einzelner Spieldurchgang nicht mit dem Ausschalten der Konsole, sondern fließt in ein übergeordnetes Fortschrittssystem ein. Zwischen den einzelnen Läufen wachsen die Überlebenden über dauerhafte Verbesserungen, sodass jeder weitere Versuch mit etwas stärkeren Ausgangsbedingungen beginnt. Dieses behutsame, aber stetige Anwachsen der eigenen Stärke motiviert dazu, sich immer wieder aufs Neue in den Kampf gegen die Zombiehorde zu stürzen, selbst wenn ein einzelner Run vorzeitig im Untergang endet. Das Spielprinzip lässt sich klassisch als kurze Sessions für zwischendurch nutzen, entfaltet seinen vollen Sog aber vor allem dann, wenn man sich für eine ausgedehntere Optimierungsphase Zeit nimmt.
Technische Umsetzung auf der PS5
Die PS5-Fassung bringt die Vorteile der aktuellen Konsolengeneration mit, allen voran spürbar kürzere Ladezeiten gegenüber der PS4-Version sowie eine Unterstützung der Vibrationsfunktion des DualSense-Controllers, die Treffer und Explosionen mit einer angenehm haptischen Rückmeldung unterlegt. Angesichts der oft überbordenden Bildschirmauslastung mit hunderten gleichzeitig aktiven Gegnern und Projektilen ist eine stabile Performance in diesem Genre entscheidend, und die PS5-Hardware bietet dafür ausreichend Leistungsreserven. Bemerkenswert ist zudem, dass Yet Another Zombie Survivors keine PS Plus-Mitgliedschaft voraussetzt und bereits die kostenlose Demoversion frei von jeglicher Abo-Bindung zugänglich ist – ein fairer Zug, der interessierten Spielern einen unkomplizierten ersten Eindruck ermöglicht, bevor sie sich für den Kauf entscheiden.
Angesteuert wird das Geschehen unkompliziert über den Controller, wobei sich die grundlegende Steuerung, wie im Genre üblich, auf die Bewegung des Charakters beschränkt, während sich Zielen und Feuern automatisch regeln. Diese reduzierte Eingabekomplexität macht Yet Another Zombie Survivors auch für Genre-Neulinge sofort zugänglich, ohne dass dabei die strategische Tiefe der Build-Optimierung verloren geht.
Ein Genre-Vertreter mit solidem Ruf
Bereits während der Early-Access-Phase auf dem PC konnte sich Yet Another Zombie Survivors eine treue und überwiegend zufriedene Spielerschaft erarbeiten, was sich in durchweg positiven Nutzerbewertungen niederschlägt. Diese Ausgangslage spricht für ein Spiel, das trotz des selbstironischen Titels sein eigenes, ausgereiftes Handwerk versteht und sich nicht mit einer bloßen Kopie der Genre-Vorbilder zufriedengibt. Die Kombination aus dem Squad-basierten Ansatz, dem Fokus auf Waffensynergien und der spürbaren Sorgfalt bei der Balance zwischen Zugänglichkeit und Tiefe verleiht dem Titel eine eigene Identität innerhalb eines Marktsegments, das mittlerweile stark von Einheitsbrei geprägt ist.
Fazit
Yet Another Zombie Survivors mag mit seinem Titel tiefstapeln, liefert aber ein handwerklich solides und überraschend süchtig machendes Survivors-Erlebnis ab, das sich mit seinem Squad-System und den vielfältigen Waffensynergien einen eigenen Platz im überfüllten Genre erarbeitet. Die PS5-Fassung profitiert von kürzeren Ladezeiten und einer angenehmen DualSense-Unterstützung, während der faire Umgang mit einer kostenlosen, abo-freien Demo Interessierten den Einstieg leicht macht. Wer dem Bullet-Heaven-Genre grundsätzlich etwas abgewinnen kann, findet hier einen durchdachten, motivierenden Vertreter, der trotz seines bescheidenen Namens definitiv mehr als nur ein weiterer Klon ist.