Active Matter (PS5)
Entwickler: Team Matter
Publisher: Gaijin Entertainment / Gaijin Distribution
Plattform: PlayStation 5 (PS5 Pro Enhanced)
Release: 15. September 2026
Genre: Taktischer Extraction-Shooter (PvPvE)
Spielmodi: Online-Multiplayer, bis zu 16 Spieler pro Session


Ein bekannter Name wagt sich an ein neues Genre


Gaijin Entertainment ist Spielerinnen und Spielern vor allem durch War Thunder und Crossout ein Begriff, zwei Titel, die seit Jahren das Fundament des Studios bilden. Mit Active Matter betritt der Publisher nun gemeinsam mit dem eigens für dieses Projekt gegründeten Entwicklerteam Team Matter erstmals das hart umkämpfte Feld der Extraction-Shooter, ein Genre, das durch Titel wie Escape from Tarkov geprägt wurde und seither zahlreiche Nachahmer und Weiterentwicklungen hervorgebracht hat. Active Matter versucht sich dabei nicht als bloßer Klon zu positionieren, sondern verleiht dem bekannten Grundgerüst aus Loot, Risiko und Extraktion eine ungewöhnliche erzählerische Klammer, die sich klar an der Ästhetik der SCP-Foundation-Fangemeinde orientiert.


Gefangen in der Zeitschleife


Die Prämisse ist so ungewöhnlich wie einprägsam: Spielerinnen und Spieler schlüpfen in die Rolle von Operatives, die in einer endlosen Zeitschleife gefangen sind und nach jedem Tod stets an denselben Ausgangspunkt zurückkehren. Von dort aus wählen sie ihre Ausrüstung und begeben sich in sogenannte quantum-instabile Zonen, angereichert mit der titelgebenden aktiven Materie, einer ebenso wertvollen wie gefährlichen Substanz, die in der Lage ist, Raum und Zeit zu verzerren. In diesen Arealen lauern nicht nur von der aktiven Materie deformierte Kreaturen und Überlebende, die ihren Verstand verloren haben, sondern vor allem andere menschliche Spielerinnen und Spieler, die in dieser chaotischen Multiversum-Umgebung stets die größte Bedrohung darstellen. Ziel jeder Session ist es, aktive Materie und weitere Beute zu bergen und rechtzeitig zu extrahieren, bevor die jeweilige Zone samt allem, was sich darin befindet, unwiderruflich in sich zusammenfällt.


Loot, Risiko und der Aufbau der eigenen Basis


Wie es sich für das Genre gehört, steht bei Active Matter das Wechselspiel zwischen Risiko und Belohnung im Zentrum: Wer stirbt, ohne seine Beute zuvor in einem sicheren Behälter verstaut oder als persönlichen Gegenstand markiert zu haben, verliert sämtliche mitgeführte Waffen und Ausrüstung unwiederbringlich. Diese Konsequenz sorgt für die charakteristische Anspannung, die Fans des Genres schätzen, und dürfte Neulinge zugleich vor eine gewisse Eintrittshürde stellen. Zwischen den Einsätzen erweitern die Spielenden ihre sogenannte Syndikatsbasis, verbessern ihr Arsenal und nutzen einen Replikator, um Gegenstände aus anderen Zeitlinien nachzubilden, sobald sie sich einmal in Sicherheit befinden. Das Waffenarsenal orientiert sich dabei trotz der bizarren Rahmenhandlung an real existierender Militärtechnik, was dem Spiel eine angenehm geerdete Note verleiht, die im Kontrast zur surrealen Spielwelt steht.


Schauplätze zwischen Industrieruine und Forschungslabor


Die Kampfschauplätze von Active Matter liegen konzeptionell außerhalb gewöhnlicher Raum- und Zeitgrenzen und bieten dementsprechend abwechslungsreiche Kulissen. Besonders hervorzuheben ist eine weitläufige Insel mit verrosteten sowjetischen Industriekomplexen und kryptischen Wissenschaftslaboren, die einst zu den ersten Forschungsstätten der aktiven Materie gehörten und in denen sich Hinweise auf den Ursprung des Phänomens finden lassen. Diese Kombination aus morbider Industrieromantik und unheimlicher Forschungseinrichtung passt gut zur SCP-inspirierten Grundstimmung und sorgt dafür, dass sich die einzelnen Karten trotz ähnlicher Spielmechanik optisch und atmosphärisch voneinander abheben.


Zugänglichkeit trifft auf Hardcore-Anspruch


Active Matter positioniert sich klar im hardcoreorientierten Segment des Extraction-Genres: Die Konsequenzen des Scheiterns sind spürbar, die Lernkurve nicht ganz flach, und wer sich unvorbereitet in eine instabile Zone begibt, wird dies in der Regel schnell bereuen. Gleichzeitig bemüht sich Team Matter um eine gewisse Zugänglichkeit über verschiedene Ausrüstungsstufen und ein nachvollziehbares Fortschrittssystem, sodass auch Einsteigerinnen und Einsteiger nach einigen Sitzungen ein Gefühl für die Balance zwischen Vorsicht und Risikobereitschaft entwickeln können. Für die PS5 wurde der Titel zudem mit PS5-Pro-Unterstützung versehen, was sich in einer stabileren Bildrate und saubereren Darstellung insbesondere in den dichter gestalteten Industriearealen bemerkbar macht.


Community-Aufnahme und erste Rückmeldungen


Die ersten Reaktionen seit dem Release Mitte September fallen überwiegend positiv aus, wobei sich in den Nutzerbewertungen auf dem PlayStation Store ein insgesamt sehr ordentlicher Zuspruch abzeichnet. Wie bei nahezu jedem Extraction-Shooter zum Launch dürften Balancing-Fragen, das Verhältnis zwischen PvP- und PvE-Anteilen sowie die langfristige Content-Versorgung entscheidend dafür sein, ob sich Active Matter neben etablierten Genregrößen dauerhaft behaupten kann. Die Grundlage, die Team Matter mit dem ungewöhnlichen Zeitschleifen-Konzept und der SCP-artigen Weltgestaltung gelegt hat, ist jedenfalls vielversprechend genug, um dem Titel über die ersten Wochen hinaus Aufmerksamkeit zu sichern.


Fazit


Mit Active Matter gelingt Gaijin Entertainment und Team Matter ein solider Einstieg in das Extraction-Shooter-Genre, der sich durch seine ungewöhnliche Zeitschleifen-Prämisse und die SCP-inspirierte Weltgestaltung angenehm von der Konkurrenz abhebt. Das bewährte Wechselspiel aus Risiko, Beute und Extraktion wird handwerklich sauber umgesetzt und durch atmosphärisch dichte Schauplätze sowie ein glaubwürdiges Waffenarsenal ergänzt. Wer bereits Erfahrung mit Hardcore-Shootern dieser Art mitbringt und sich von der teils happigen Verlustmechanik nicht abschrecken lässt, findet in Active Matter einen ambitionierten neuen Vertreter des Genres.