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Mit Deck of Haunts erwartet dich auf der PlayStation 5 ein ungewöhnliches Strategiespiel, das düsteren Horror mit taktischem Deckbuilding und dem Ausbau eines eigenen Spukhauses verbindet. Anstatt als Held gegen übernatürliche Kreaturen anzutreten oder vor gefährlichen Monstern zu fliehen, schlüpfst du selbst in die Rolle eines verfluchten Anwesens. Dein Ziel besteht darin, unvorsichtige Besucher in deine Gemäuer zu locken, sie mit schaurigen Erscheinungen in Angst zu versetzen und ihre Furcht für deine eigenen Zwecke zu nutzen. Aus einem zunächst unscheinbaren Gebäude soll so ein Ort werden, den niemand lebend oder zumindest unversehrt verlassen möchte. Die ungewöhnliche Ausgangsidee sorgt dafür, dass sich das Spiel angenehm von klassischen Horrortiteln abhebt und dir eine ganz andere Perspektive auf das Genre eröffnet.


Ein Spukhaus nach deinen Vorstellungen


Im Mittelpunkt des Geschehens steht der schrittweise Ausbau deines eigenen Schreckensreichs. Du entscheidest, welche Räume entstehen, wie dein Anwesen aufgebaut ist und welche Möglichkeiten dir zur Verfügung stehen, um Eindringlinge in die Falle zu locken. Dabei solltest du nicht einfach wahllos neue Zimmer errichten, sondern dir genau überlegen, wie du die räumlichen Gegebenheiten für deine Zwecke einsetzen kannst. Schließlich ist die Anordnung der Räume ein wichtiger Bestandteil deiner Strategie. Du möchtest deine Besucher möglichst geschickt durch das Gebäude führen, sie von ihren ursprünglichen Zielen ablenken und sie genau dorthin bringen, wo du deine übernatürlichen Fähigkeiten besonders wirkungsvoll einsetzen kannst.


Der Ausbau des Hauses ist eng mit dem eigentlichen Spielgeschehen verbunden. Du musst nicht nur dafür sorgen, dass deine Besucher möglichst viel Angst erleben, sondern gleichzeitig dein eigenes Überleben sichern. Im Zentrum des Anwesens befindet sich dessen Herz, das von den Eindringlingen zerstört werden kann. Gelingt ihnen das, ist dein Spukhaus verloren und dein aktueller Durchlauf beendet. Dadurch erhalten selbst scheinbar nebensächliche Entscheidungen eine größere Bedeutung. Es reicht nicht aus, ausschließlich auf offensive Fähigkeiten zu setzen. Du musst ebenso darauf achten, dein Gebäude sinnvoll zu strukturieren und gefährliche Situationen rechtzeitig zu entschärfen.


Besonders interessant wird das Spiel durch die zahlreichen Möglichkeiten, die sich aus der Kombination von Raumgestaltung und Karteneinsatz ergeben. Bestimmte Räume eignen sich hervorragend für spezielle Schreckensaktionen, während andere vor allem dazu dienen, die Besucher auf ihrem Weg durch das Haus zu beeinflussen. Mit etwas Planung kannst du deine Gäste gezielt in ungünstige Situationen bringen und mehrere Effekte miteinander verbinden. Genau dieses Zusammenspiel macht den Reiz von Deck of Haunts aus.


Karten, Schrecken und taktische Entscheidungen


Das namensgebende Kartensystem bildet einen wesentlichen Bestandteil des Gameplays. Über deine Karten setzt du verschiedene Fähigkeiten ein, manipulierst die Umgebung und sorgst dafür, dass deine ungebetenen Gäste zunehmend die Kontrolle über ihre Situation verlieren. Dabei kommt es nicht allein darauf an, möglichst mächtige Karten zu besitzen. Viel wichtiger ist, wann und in welcher Kombination du sie verwendest.


Manche Aktionen entfalten ihre volle Wirkung erst dann, wenn du zuvor die passenden Voraussetzungen geschaffen hast. Andere Karten eignen sich besonders gut, um eine bereits begonnene Angriffskette fortzusetzen oder einen Besucher an einer bestimmten Stelle des Hauses festzuhalten. Du musst deshalb ständig abwägen, welche Möglichkeiten dir gerade zur Verfügung stehen und welche davon langfristig den größten Nutzen versprechen. Eine durchdachte Strategie kann dabei deutlich wirkungsvoller sein als der unüberlegte Einsatz einzelner starker Fähigkeiten.


Auch die Angst deiner Opfer spielt eine zentrale Rolle. Du kannst deine Besucher psychisch unter Druck setzen und ihren Verstand nach und nach zermürben. Alternativ setzt du auf direkte Angriffe und übernatürliche Gefahren. Je nach Situation kann es sinnvoll sein, die Eindringlinge zunächst zu verängstigen, bevor du ihnen mit besonders wirkungsvollen Karten zusetzt. Dadurch entsteht ein abwechslungsreiches Zusammenspiel verschiedener Möglichkeiten, das dich dazu motiviert, unterschiedliche Taktiken auszuprobieren.


Die aus deinen Opfern gewonnene Essenz dient als wichtige Ressource für deinen weiteren Fortschritt. Mit ihr kannst du dein Anwesen erweitern, neue Möglichkeiten erschließen und deine Fähigkeiten verbessern. Dadurch entsteht ein kontinuierlicher Kreislauf aus Angriff, Belohnung und Ausbau. Jede erfolgreich überstandene Nacht bringt dich deinem Ziel näher, ein immer mächtigeres Spukhaus zu erschaffen.


Allerdings solltest du dich nicht darauf verlassen, dass eine einmal erfolgreiche Strategie dauerhaft funktioniert. Mit fortschreitendem Spielverlauf werden die Besucher gefährlicher und widerstandsfähiger. Während du anfangs noch relativ leichtes Spiel mit unerfahrenen Eindringlingen hast, stellen dich später unter anderem Ermittler, Polizisten und Geistliche vor neue Herausforderungen. Du musst deine Vorgehensweise entsprechend anpassen und deine verfügbaren Karten sinnvoll einsetzen, um nicht plötzlich selbst in Bedrängnis zu geraten.


Jede Nacht bringt neue Gefahren


Der Wechsel zwischen dem Ausbau des Hauses und den nächtlichen Angriffen sorgt für eine klare Struktur. Während du dich in der Vorbereitungsphase um dein Anwesen kümmerst, beginnt in der Nacht der eigentliche Kampf um die Kontrolle. Besucher dringen in deine Räumlichkeiten ein, bewegen sich durch die verschiedenen Zimmer und versuchen, ihre Ziele zu erreichen. Du wiederum musst ihre Wege beobachten und deine Fähigkeiten so einsetzen, dass sie möglichst lange im Haus bleiben und dabei zunehmend an ihre Grenzen geraten.


Diese Phasen greifen gut ineinander. Der Erfolg während der Nacht hängt maßgeblich davon ab, wie sinnvoll du zuvor geplant hast. Hast du die Räume geschickt angeordnet und deine Möglichkeiten gut vorbereitet, kannst du die Besucher mit einer durchdachten Kombination aus Fallen, Erscheinungen und Karteneffekten überraschen. Hast du dagegen wichtige Aspekte vernachlässigt, kann sich eine scheinbar harmlose Begegnung schnell zu einer ernsthaften Bedrohung entwickeln.


Wie bei vielen Roguelike-Spielen spielen auch Zufall und unvorhersehbare Situationen eine Rolle. Nicht immer stehen dir genau die Karten zur Verfügung, die du gerade benötigst, und auch die Bewegungen deiner Gegner lassen sich nicht vollständig kontrollieren. Deshalb ist es wichtig, flexibel zu bleiben und auf veränderte Situationen reagieren zu können. Eine Strategie, die in einer Nacht hervorragend funktioniert hat, kann beim nächsten Versuch bereits an ihre Grenzen stoßen.


Dieser Ansatz sorgt für zusätzliche Spannung, kann aber auch gelegentlich frustrieren. Gerade wenn du bereits viel Zeit in den Ausbau deines Hauses investiert hast, ist es ärgerlich, wenn eine ungünstige Kartenkombination oder eine unerwartete Entwicklung deinen sorgfältig vorbereiteten Plan durchkreuzt. Gleichzeitig gehört genau diese Unberechenbarkeit zum Grundprinzip des Spiels. Du lernst mit jedem Durchlauf dazu, erkennst neue Möglichkeiten und kannst deine nächsten Entscheidungen besser auf die jeweiligen Gefahren abstimmen.


Zusätzliche Inhalte für langfristigen Spielspaß


Die PS5-Version bietet ein umfangreiches Gesamtpaket mit zusätzlichen Karten, Räumen, Kreaturen, Missionen und weiteren Möglichkeiten, dein Spukhaus auszubauen. Dadurch stehen dir mehr Wege offen, deine Fähigkeiten einzusetzen und unterschiedliche Strategien zu verfolgen. Gerade für Spieler, die gerne experimentieren und sich mit den verschiedenen Mechaniken beschäftigen, ist das eine willkommene Ergänzung.


Eine besondere Herausforderung stellt der Albtraum-Modus dar. Hier erwarten dich 13 unterschiedliche Albträume mit jeweils 13 Nächten, in denen du dich immer schwierigeren Bedingungen stellen musst. Dieser Modus richtet sich vor allem an Spieler, die das grundlegende Spielprinzip bereits beherrschen und ihre taktischen Fähigkeiten auf die Probe stellen möchten. Die zunehmende Schwierigkeit zwingt dich dazu, deine Entscheidungen sorgfältig abzuwägen und auch unter ungünstigen Voraussetzungen einen kühlen Kopf zu bewahren.


Zusätzliche Abwechslung bringen verschiedene übernatürliche Kreaturen wie der Kobold Imp, der Gravetender, der Webweaver, der Drowner, der Bloodletter und Krampus. Sie erweitern das Arsenal deines Spukhauses und bieten weitere Möglichkeiten, deinen Besuchern das Leben schwer zu machen. Zusammen mit den zusätzlichen Szenarien und besonderen Herausforderungen trägt das dazu bei, dass du dich nicht ausschließlich auf eine einzige Vorgehensweise verlassen musst.


Trotz dieser Erweiterungen bleibt die grundlegende Spielstruktur allerdings erhalten. Du baust dein Anwesen aus, bereitest dich auf die Nacht vor, stellst dich den Eindringlingen und nutzt die gewonnenen Ressourcen für weitere Verbesserungen. Wer Freude daran hat, Spielmechaniken immer weiter zu optimieren, dürfte sich damit gut arrangieren können. Spieler, die dagegen vor allem eine umfangreiche Handlung mit zahlreichen Wendungen und aufwendig erzählten Figuren erwarten, sollten ihre Erwartungen etwas zurückschrauben. Die Geschichte dient in erster Linie als Rahmen für das Gameplay, während die strategischen Herausforderungen eindeutig im Mittelpunkt stehen.


Düstere Atmosphäre auf der PS5


Optisch setzt Deck of Haunts auf eine bewusst düstere Gestaltung, die hervorragend zum Thema passt. Das Spukhaus wirkt unheimlich und geheimnisvoll, während die Räume und übernatürlichen Erscheinungen den Eindruck eines Ortes vermitteln, an dem hinter jeder Ecke neue Gefahren lauern könnten. Dabei verfolgt das Spiel keinen Anspruch auf möglichst realistische Horrordarstellungen. Stattdessen setzt es auf einen eigenen visuellen Stil, der die Atmosphäre unterstützt und gleichzeitig dafür sorgt, dass du das Geschehen auf dem Bildschirm gut überblicken kannst.


Das ist bei einem Strategiespiel dieser Art besonders wichtig. Du musst die Struktur deines Hauses nachvollziehen, die Bewegungen deiner Besucher beobachten und deine nächsten Aktionen planen können. Eine überladene Darstellung würde die Übersicht erschweren und damit einen wesentlichen Bestandteil des Gameplays beeinträchtigen. Die visuelle Gestaltung erfüllt deshalb nicht nur einen atmosphärischen Zweck, sondern unterstützt auch die taktische Ausrichtung.


Auch die akustische Untermalung trägt zum unheimlichen Gesamtbild bei. Die düstere Klangkulisse verstärkt den Eindruck eines verfluchten Gebäudes und begleitet die nächtlichen Begegnungen, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Statt permanent auf laute Schreckmomente zu setzen, entsteht die Spannung vor allem durch die Situation selbst. Du weißt, dass sich Besucher in deinem Haus befinden, dass sie deinem Herz gefährlich werden können und dass deine nächsten Entscheidungen über den weiteren Verlauf bestimmen.


Die Konsolensteuerung ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Schließlich musst du häufig zwischen Räumen, Karten und verschiedenen Optionen wechseln. Eine verständliche Benutzeroberfläche und eine sinnvolle Controller-Belegung sind daher entscheidend, damit das taktische Spielprinzip auch auf der PS5 angenehm funktioniert. Die Konsolenfassung wurde in diesem Bereich angepasst, sodass sich das Konzept auch ohne Maus und Tastatur umsetzen lässt. Dennoch verlangt das Spiel gerade zu Beginn eine gewisse Eingewöhnung, da die vielen Möglichkeiten und Wechselwirkungen nicht sofort vollständig überschaubar sind.


Technisch versucht Deck of Haunts weniger durch spektakuläre Effekte als vielmehr durch eine stimmige Präsentation zu überzeugen. Das ist für das Spielkonzept durchaus passend. Der eigentliche Reiz liegt schließlich nicht in einer möglichst realistischen Darstellung von Monstern, sondern in den Möglichkeiten, die dir das Spiel als Herrscher über dein eigenes Spukhaus eröffnet.


Wiederholungen und kleine Schwächen


Trotz der gelungenen Grundidee ist Deck of Haunts nicht frei von Schwächen. Am deutlichsten macht sich das bei der Wiederholung des Spielablaufs bemerkbar. Die verschiedenen Nächte und Gegner sorgen zwar für Abwechslung, doch die grundlegenden Aufgaben bleiben gleich. Du baust dein Haus aus, nutzt deine Karten, terrorisierst deine Besucher und versuchst, genügend Ressourcen für weitere Verbesserungen zu sammeln. Wer Gefallen an diesem Kreislauf findet, kann sich lange damit beschäftigen. Wer hingegen ständig neue Mechaniken und völlig unterschiedliche Herausforderungen erwartet, könnte mit der Zeit etwas Abwechslung vermissen.


Hinzu kommt der Zufallsfaktor, der nicht immer zu deinem Vorteil ausfällt. Eine ungünstige Kartenhand kann deine Möglichkeiten einschränken, während unerwartete Bewegungen der Eindringlinge deine sorgfältige Planung durcheinanderbringen. Gerade in späteren Spielabschnitten, wenn die Gegner gefährlicher werden und Fehler schwerwiegendere Folgen haben, kann das zu frustrierenden Momenten führen.


Auch der strategische Einstieg ist nicht ganz ohne. Du musst zunächst verstehen, wie die einzelnen Karten funktionieren, welche Räume sich für bestimmte Aktionen eignen und wie du deine Ressourcen am sinnvollsten einsetzt. Manche Zusammenhänge erschließen sich erst nach mehreren Durchläufen. Wer bereit ist, sich auf die Mechaniken einzulassen, wird dafür mit einem zunehmend besseren Verständnis der Spielsysteme belohnt. Wer dagegen ein unkompliziertes Horrorspiel für zwischendurch sucht, könnte sich von den vielen taktischen Entscheidungen zunächst überfordert fühlen.


Die zusätzlichen Modi und Inhalte sorgen immerhin dafür, dass sich das Spiel nicht zu schnell erschöpft. Dennoch ändern sie nichts daran, dass Deck of Haunts vor allem von seinem wiederholbaren Spielprinzip lebt. Eine stärker ausgearbeitete Geschichte oder mehr grundsätzlich unterschiedliche Spielvarianten hätten dem Gesamtpaket zusätzliche Tiefe verleihen können.


Fazit


Deck of Haunts ist ein ungewöhnliches Strategiespiel für die PlayStation 5, das mit seiner originellen Idee und der gelungenen Verbindung aus Deckbuilding, Hausbau und Horror eine eigene Nische besetzt. Statt dich vor den Schrecken eines Spukhauses fliehen zu lassen, übernimmst du selbst die Kontrolle über das verfluchte Anwesen und entscheidest, wie du deine Besucher in Angst und Schrecken versetzt. Das sorgt für einen interessanten Perspektivwechsel und eröffnet zahlreiche taktische Möglichkeiten.


Besonders gelungen ist das Zusammenspiel aus der Gestaltung des Hauses, dem Einsatz der Karten und dem gezielten Aufbau von Angst. Du musst deine Ressourcen sinnvoll verwalten, deine Räume geschickt anordnen und deine Strategien regelmäßig an neue Gegner anpassen. Die zusätzlichen Kreaturen, Missionen und der anspruchsvolle Albtraum-Modus erweitern das Angebot und bieten genügend Anreize, sich länger mit den verschiedenen Mechaniken zu beschäftigen.


Abstriche gibt es beim teilweise repetitiven Spielablauf und beim Zufallsfaktor, der nicht immer faire oder vorhersehbare Situationen entstehen lässt. Auch eine umfangreiche Geschichte solltest du nicht erwarten, denn das Gameplay steht klar im Vordergrund. Wer sich daran nicht stört und Freude an taktischen Herausforderungen hat, bekommt jedoch ein eigenständiges Spiel, das sich angenehm von vielen klassischen Horrorproduktionen unterscheidet.


Unterm Strich ist Deck of Haunts eine interessante Wahl für alle, die Horror gerne aus einer anderen Perspektive erleben und ihre Gegner lieber mit cleveren Strategien als mit direkter Waffengewalt bezwingen. Das Spiel macht den Ausbau eines Spukhauses zum taktischen Vergnügen und belohnt kreative Ideen ebenso wie vorausschauende Planung. Wenn du Deckbuilding und Roguelike-Mechaniken magst und schon immer einmal selbst die Rolle des Schrecken verbreitenden Geisterhauses übernehmen wolltest, solltest du diesem ungewöhnlichen PS5-Titel eine Chance geben.