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Mit „Deathstalker“ kehrt ein echter Klassiker des Schwert-und-Zauberei-Fantasykinos zurück. Regisseur Steven Kostanski nimmt sich des gleichnamigen Kultfilms aus dem Jahr 1983 an und präsentiert eine Neuinterpretation, die sich ganz bewusst an den handgemachten Fantasy- und Monsterfilmen vergangener Jahrzehnte orientiert. Statt auf eine möglichst realistische Fantasywelt und sterile Computereffekte zu setzen, gibt es hier reichlich handgefertigte Kreaturen, blutige Kämpfe, schwarzhumorige Einlagen und eine ordentliche Portion schrägen Charme. In der Hauptrolle überzeugt Daniel Bernhardt als wortkarger Krieger, während Patton Oswalt mit seiner Stimme ebenfalls zum ungewöhnlichen Figurenensemble beiträgt.


Die Geschichte führt in ein düsteres Zeitalter, in dem das Königreich Abraxeon von finsteren Mächten bedroht wird. Die Dreadites, eine grausame Kriegerhorde, verbreiten Angst und Schrecken und scheinen mit der Rückkehr des längst totgeglaubten Zauberers Nekromemnon verbunden zu sein. Auf einem Schlachtfeld entdeckt der umherziehende Krieger Deathstalker ein geheimnisvolles Amulett, das sich allerdings als verfluchtes Artefakt entpuppt. Plötzlich wird er von dunkler Magie verfolgt und gerät ins Visier monströser Assassinen. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Beutezug erscheint, entwickelt sich zu einem gefährlichen Abenteuer, bei dem nicht nur sein eigenes Überleben, sondern auch das Schicksal des gesamten Königreichs auf dem Spiel steht. Gemeinsam mit unerwarteten Verbündeten muss sich Deathstalker einer Bedrohung stellen, die weit über gewöhnliche Schwertkämpfe hinausgeht. Dabei wird er auch mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert.


Hinter dem Film steht Steven Kostanski, der sich insbesondere unter Freunden des außergewöhnlichen Genrekinos längst einen Namen gemacht hat. Der kanadische Regisseur, Drehbuchautor und Spezialeffektkünstler gehört zum Filmkollektiv Astron-6 und ist vor allem für seine Vorliebe für handgemachte Spezialeffekte, bizarre Kreaturen und einen bewusst überdrehten Filmstil bekannt. Mit Filmen wie „Manborg“, „The Void“ und insbesondere „Psycho Goreman“ hat er bewiesen, dass er ein ausgesprochen gutes Gespür für ungewöhnliche Genreunterhaltung besitzt. Auch „Frankie Freako“ zeigt seine Begeisterung für das schräge Horrorkino vergangener Jahrzehnte. Kostanski verbindet in seinen Arbeiten gerne klassischen Monsterfilm, Splatter, Science-Fiction und Humor, ohne dabei die Liebe zum handwerklichen Filmemachen aus den Augen zu verlieren. Diese Vorlieben passen hervorragend zu „Deathstalker“, denn die Neuinterpretation versteht sich weniger als moderne Hochglanzfantasy, sondern vielmehr als liebevolle Verbeugung vor dem wilden Schwert-und-Zauberei-Kino der Achtzigerjahre.


Für die Hauptrolle konnte Daniel Bernhardt gewonnen werden. Der Schweizer Schauspieler und ehemalige Kampfsportler besitzt beste Voraussetzungen für die Rolle des kampferprobten Kriegers. Bereits in zahlreichen Actionproduktionen konnte er seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Genre-Fans kennen ihn unter anderem aus „Bloodsport 2“, während er auch in größeren Hollywoodproduktionen wie „Matrix Reloaded“, „John Wick“ und „Nobody 2“ mitwirkte. Bernhardt bringt die nötige körperliche Präsenz mit, um Deathstalker glaubwürdig zu verkörpern. Seine Darstellung lebt dabei weniger von großen Dialogen als vielmehr von seiner Ausstrahlung, seinen Bewegungen und seiner Fähigkeit, die zahlreichen Kampfszenen überzeugend umzusetzen. Als wortkarger Einzelgänger passt er hervorragend in diese archaische Fantasywelt.


Eine besondere Ergänzung des Ensembles ist Patton Oswalt, der als Schauspieler, Stand-up-Comedian und Synchronsprecher bekannt geworden ist. Einem breiten Publikum ist er unter anderem durch seine Sprechrolle als Remy im Pixar-Film „Ratatouille“ sowie durch zahlreiche Film- und Serienauftritte bekannt. In „Deathstalker“ leiht er der Figur Doodad seine Stimme und sorgt damit für eine weitere ungewöhnliche Komponente innerhalb des ohnehin skurrilen Figurenensembles. Christina Orjalo als Brisbayne und Paul Lazenby als Jotak ergänzen die Besetzung und begleiten den Titelhelden auf seiner gefährlichen Reise.
Was Kostanski besonders gut gelingt, ist die Wiederbelebung jener Atmosphäre, die klassische Fantasyfilme der Achtzigerjahre so unterhaltsam gemacht hat. „Deathstalker“ nimmt sich selbst erfreulicherweise nicht übermäßig ernst. Die Handlung ist geradlinig angelegt und dient in erster Linie dazu, den Helden von einer gefährlichen Situation in die nächste zu schicken. Dabei begegnen ihm zahlreiche groteske Kreaturen, finstere Gestalten und übernatürliche Bedrohungen. Die Welt wirkt angenehm schmutzig, gefährlich und unberechenbar. Es gibt keine glattpolierte Fantasylandschaft, sondern eine Umgebung, in der hinter jeder Ecke ein neues Monster lauern könnte.


Besonders hervorzuheben sind die handgefertigten Kreaturen- und Make-up-Effekte. Steven Kostanski zeigt einmal mehr, dass er ein ausgesprochener Spezialist für praktische Effekte ist. Die Monster besitzen eine angenehme körperliche Präsenz und wirken dadurch wesentlich greifbarer als viele rein computergenerierte Fantasiewesen. Auch bei den blutigen Auseinandersetzungen wird nicht gerade zimperlich vorgegangen. Abgetrennte Körperteile, groteske Verletzungen und reichlich Kunstblut gehören ebenso zum Programm wie die teilweise herrlich absurden Monsterdesigns. Freunde handgemachter Spezialeffekte kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Gerade diese Mischung aus Fantasyabenteuer und handfestem Splatter macht den besonderen Reiz des Films aus.


Die Action ist abwechslungsreich inszeniert und profitiert von Daniel Bernhardts Kampfsporterfahrung. Die Schwertkämpfe fallen ordentlich aus und werden mit einer angenehmen Portion Härte präsentiert. Gleichzeitig lockert Kostanski das Geschehen immer wieder mit skurrilen Einfällen und humorvollen Momenten auf. Der Film bewegt sich dadurch irgendwo zwischen klassischem Barbarenabenteuer, Monsterfilm und blutiger Fantasykomödie. Auch musikalisch wird die Retro-Ausrichtung konsequent verfolgt. Der kraftvolle Soundtrack unterstreicht das Geschehen und verleiht den Kämpfen und Monsterauftritten zusätzliche Energie. Der Titelsong, an dem unter anderem Slash und Bear McCreary beteiligt waren, passt hervorragend zur rockigen Ausrichtung des Films.


Natürlich sollte man keine tiefgründige Fantasygeschichte mit komplexer Mythologie und ausgefeilten Charakterentwicklungen erwarten. Die Handlung folgt weitgehend bekannten Genrepfaden und manche Wendungen sind vorhersehbar. Auch die Figurenzeichnung bleibt eher funktional. Doch genau darin liegt ein Teil des Charmes. „Deathstalker“ möchte in erster Linie unterhalten und seine Zuschauer in eine Welt entführen, in der Schwerter, Magie, Monster und blutige Auseinandersetzungen den Ton angeben. Wer mit den Fantasyfilmen der Achtzigerjahre aufgewachsen ist und handgemachte Effekte zu schätzen weiß, dürfte sich schnell heimisch fühlen.


Lighthouse Home Entertainment veröffentlicht „Deathstalker“ am 13. November 2026 auf Blu-ray. Die rund 103 Minuten lange Kinofassung liegt im Bildformat 1,78:1 mit einer Auflösung von 1080p vor. Sowohl die deutsche als auch die englische Tonspur werden in DTS-HD Master Audio 5.1 angeboten. Deutsche Untertitel sind ebenfalls vorhanden. Die Blu-ray bietet damit eine zeitgemäße technische Präsentation, bei der insbesondere die zahlreichen handgefertigten Kreaturen, die aufwendigen Masken und die blutigen Spezialeffekte von der hohen Bildauflösung profitieren. Auch der kraftvolle Soundtrack und die Geräuschkulisse der zahlreichen Kämpfe kommen durch die Mehrkanaltonspur gut zur Geltung.


Beim Bonusmaterial hat Lighthouse ebenfalls einige interessante Beiträge zusammengestellt. Neben einem Audiokommentar von Regisseur Steven Kostanski und Hauptdarsteller Daniel Bernhardt gibt es das Musikvideo zum Titelsong „Deathstalker“ sowie das Musikvideo „Walking Alone“ von Nina Bergman. Ergänzt wird das Zusatzmaterial durch ein Video-Special mit einer Fragerunde der Darsteller und der Crew bei einer Vorführung in Toronto sowie ein weiteres Q&A vom Locarno Film Festival. Gerade der Audiokommentar dürfte für Genre-Fans interessant sein, da Kostanski und Bernhardt sicherlich einige Einblicke in die Entstehung des Films und die Arbeit mit den zahlreichen praktischen Effekten geben können.


Mit „Deathstalker“ liefert Steven Kostanski eine herrlich altmodische und gleichzeitig angenehm verrückte Neuinterpretation des Fantasyklassikers. Der Film überzeugt durch seine handgemachten Monstereffekte, blutige Action, einen rockigen Soundtrack und einen Hauptdarsteller, der körperlich bestens in die Rolle des wortkargen Kriegers passt. Daniel Bernhardt sorgt für die nötige Präsenz, während Patton Oswalt eine unterhaltsame Ergänzung des ungewöhnlichen Ensembles darstellt. Zwar bleibt die Geschichte überschaubar und erreicht erzählerisch keine neuen Höhen, doch das ist bei diesem bewusst nostalgisch angelegten Fantasyabenteuer auch nicht unbedingt das Ziel. Wer Filme wie „Der Todesjäger“ vermisst, Freude an klassischen Barbarenfilmen hat und sich für handgemachte Monster- und Splattereffekte begeistern kann, sollte sich „Deathstalker“ nicht entgehen lassen. Die Blu-ray von Lighthouse Home Entertainment bietet dazu eine gelungene Heimkinoveröffentlichung mit guter technischer Ausstattung und interessantem Bonusmaterial.