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Mit der Cotton-Reihe kehrt eine echte Größe des japanischen Shoot-’em-up-Genres auf die PlayStation 5 zurück. Bereits seit 1991 fliegt die kleine Hexe Cotton durch farbenfrohe Fantasywelten, um sich allerlei Monstern entgegenzustellen und dabei möglichst viele ihrer geliebten Süßigkeiten einzusammeln. Mit Cotton Reboot! erhält der Arcade-Klassiker eine modernisierte Neuauflage, während Cotton Reboot! High Tension! das bewährte Spielprinzip aufgreift und um neue Ideen erweitert. Beide Titel setzen auf rasante Seitenansicht-Action, niedliche Figuren, magische Angriffe und ein ausgeklügeltes Punktesystem. Dabei zeigen sie, dass ein klassisches Spielkonzept auch Jahrzehnte nach seiner Entstehung noch jede Menge Spaß bereiten kann.


Cotton Reboot! – Ein Arcade-Klassiker in neuem Glanz


In Cotton Reboot! schlüpfen wir in die Rolle der jungen Hexe Nata de Cotton, die vor allem für ihre Vorliebe für die sogenannten Willows bekannt ist. Die kleinen Süßigkeiten sind für sie ein guter Grund, sich auf ein neues Abenteuer zu begeben. Gemeinsam mit ihrer Feenbegleiterin Silk macht sie sich daran, die Gefahren ihrer fantastischen Welt zu überwinden. Die Geschichte dient dabei in erster Linie als charmante Rahmenhandlung für das eigentliche Geschehen, denn im Mittelpunkt steht natürlich das actionreiche Spielprinzip.


Als klassischer horizontal scrollender Shooter schickt uns das Spiel durch abwechslungsreiche Levels, in denen wir uns einer stetig wachsenden Zahl von Gegnern stellen müssen. Cotton fliegt auf ihrem Besen über den Bildschirm und nimmt mit unterschiedlichen Schussattacken alles ins Visier, was sich ihr in den Weg stellt. Hinzu kommen Bombenangriffe, mit denen sich vor allem Gegner am Boden effektiv ausschalten lassen. Die Steuerung ist schnell verstanden und ermöglicht einen unmittelbaren Einstieg, doch wer wirklich hohe Punktzahlen erreichen möchte, muss sich intensiver mit den Spielmechaniken auseinandersetzen.
Eine zentrale Rolle spielen die Kristalle, die besiegte Gegner hinterlassen. Diese lassen sich einsammeln, um die Stärke der eigenen Waffen zu verbessern. Wer die Kristalle hingegen gezielt beschießt, kann ihre Farbe verändern und dadurch unterschiedliche Elementarzauber erhalten. Daraus ergibt sich eine interessante taktische Komponente, denn wir müssen immer wieder entscheiden, ob wir einen Kristall direkt aufnehmen oder ihn zunächst für zusätzliche Vorteile nutzen möchten. Gerade in hektischen Gefechten kann diese Entscheidung darüber bestimmen, wie effektiv wir gegen größere Gegnergruppen vorgehen.


Besonders wichtig ist das Jewel-Fever-System. Durch das Besiegen von Gegnern und den geschickten Einsatz der eigenen Waffen füllt sich eine entsprechende Anzeige. Sobald sie ausreichend aufgeladen ist, lässt sich der Fever-Modus aktivieren, der unsere Feuerkraft deutlich erhöht und zugleich die erreichbaren Punktzahlen in die Höhe treibt. Wer das System beherrscht, kann besonders effektive Angriffsserien aufbauen und seine Ergebnisse verbessern. Damit entwickelt sich aus dem zunächst unkompliziert wirkenden Dauerfeuer nach und nach ein Spiel, bei dem Timing, Positionierung und die richtige Nutzung der verfügbaren Möglichkeiten entscheidend sind.


Auch technisch präsentiert sich Cotton Reboot! in einer gelungenen Mischung aus Retro-Charme und moderner Überarbeitung. Der Arrange-Modus bietet hochauflösende Grafiken, eine Darstellung im Breitbildformat und überarbeitete Figuren. Die farbenfrohe Präsentation passt hervorragend zum verspielten Charakter der Reihe. Magische Effekte, fantasievolle Gegner und abwechslungsreiche Hintergründe sorgen dafür, dass auf dem Bildschirm immer etwas los ist, ohne dass die einzelnen Elemente ihren charmanten Stil verlieren.


Besonders erfreulich ist die Möglichkeit, zwischen der modernisierten Fassung und der ursprünglichen Version für den japanischen Heimcomputer Sharp X68000 zu wechseln. Damit spricht das Spiel sowohl Neueinsteiger als auch langjährige Fans klassischer Arcade-Shooter an. Während der modernisierte Modus den nostalgischen Charakter mit zeitgemäßer Präsentation verbindet, bietet die Originalversion einen interessanten Einblick in die Wurzeln der Reihe. Hinzu kommt die Wahl zwischen dem ursprünglichen Soundtrack und einer neu arrangierten Musikfassung, wodurch sich das Spielerlebnis zusätzlich an die eigenen Vorlieben anpassen lässt.


Wer sich lieber auf kurze Herausforderungen konzentriert, kann außerdem den Time-Attack-Modus ausprobieren. Hier gilt es, innerhalb eines begrenzten Zeitfensters von zwei oder fünf Minuten möglichst viele Punkte zu sammeln. Das sorgt für einen hohen Wiederspielwert, denn nach einem erfolgreichen Durchlauf möchte man häufig noch einmal antreten, um die eigene Bestleistung zu übertreffen. Die Online-Bestenlisten bieten einen zusätzlichen Anreiz, sich mit anderen Spielern zu messen. Eine weitere Herausforderung stellt der Nightmare-Modus dar, der mit einem höheren Schwierigkeitsgrad und zusätzlichen Gegnern für erfahrene Spieler gedacht ist.
Trotz der niedlichen Optik sollte man den Schwierigkeitsgrad nicht unterschätzen. Zwar fällt der Einstieg vergleichsweise leicht, doch mit zunehmender Spieldauer werden die Gegner gefährlicher und verlangen eine bessere Reaktionsfähigkeit. Wer unachtsam agiert, verliert schnell ein Leben. Gerade für Fans des Genres gehört diese Herausforderung allerdings zum Reiz des Spiels. Die überschaubare Länge einzelner Durchgänge lädt dazu ein, immer wieder einen neuen Versuch zu starten und die eigenen Fähigkeiten zu verbessern.


Cotton Reboot! High Tension! – Mehr Magie, mehr Action, mehr Herausforderung


Mit Cotton Reboot! High Tension! wird das bewährte Konzept fortgeführt. Die Fortsetzung baut auf den Grundlagen des Vorgängers auf, erweitert diese jedoch um zusätzliche Mechaniken und eine neue Geschichte. Erneut dreht sich alles um Cotton und ihre unstillbare Vorliebe für Süßigkeiten. Diesmal geraten die begehrten Willows allerdings selbst zum Problem, denn eine unheimliche Macht sorgt dafür, dass die magischen Leckereien zu einer ernsthaften Bedrohung werden. Gemeinsam mit Silk und neuen Verbündeten muss Cotton herausfinden, was hinter den Ereignissen steckt.


Spielerisch bleibt sich die Reihe treu. Wir bewegen uns durch horizontal scrollende Levels, schießen Gegner ab und versuchen, möglichst viele Punkte zu sammeln. Die farbenfrohe Präsentation, die fantasievollen Gegner und die humorvolle Inszenierung sorgen erneut für eine charmante Atmosphäre. Gleichzeitig ist deutlich zu erkennen, dass die Entwickler das Spielprinzip weiterentwickeln wollten. Neben Cotton stehen weitere spielbare Figuren zur Verfügung, darunter Macaron, die frischen Wind in die Gefechte bringt. Auch Marion aus der Gunbird-Reihe ist als zusätzlicher spielbarer Charakter verfügbar.


Die einzelnen Figuren sorgen für Abwechslung, während das grundlegende Spielgefühl vertraut bleibt. Erneut gilt es, die eigenen Angriffe geschickt einzusetzen, Gegnerformationen zu durchbrechen und die zahlreichen Kristalle optimal zu nutzen. Diese lassen sich nicht nur einsammeln, um die eigenen Waffen und Elementarzauber zu verstärken, sondern können durch gezieltes Beschießen auch für taktische Vorteile genutzt werden. Wer die Mechanik bereits aus dem Vorgänger kennt, findet sich deshalb schnell zurecht. Gleichzeitig bietet die Fortsetzung genügend neue Möglichkeiten, um auch erfahrene Spieler zu beschäftigen.


Eine besondere Bedeutung kommt dem weiterentwickelten Fever-System zu, das nun als Willow Fever auftritt. Es belohnt geschicktes Vorgehen und eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, die eigene Punktzahl zu steigern. Noch wichtiger ist jedoch das neue Over-Tension-System, das dem Spiel seinen Namen verleiht. Sobald die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind, lässt sich dieser besondere Zustand aktivieren. Die Gegner werden dann aggressiver und ihre Angriffe gefährlicher, gleichzeitig erhalten wir aber Zugriff auf besonders mächtige magische Fähigkeiten und können deutlich mehr Punkte erzielen.


Dieses System sorgt für eine interessante Risiko-Belohnungs-Mechanik. Wer sich auf die erhöhte Gefahr einlässt, kann mit hohen Punktzahlen belohnt werden. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit, durch einen unachtsamen Moment ein Leben zu verlieren. Gerade für Spieler, die sich intensiv mit den Bestenlisten beschäftigen und ihre Ergebnisse verbessern möchten, eröffnet sich dadurch eine zusätzliche strategische Ebene. Es reicht nicht mehr aus, einfach möglichst viele Gegner zu besiegen. Vielmehr kommt es darauf an, den richtigen Zeitpunkt für den Einsatz der besonderen Fähigkeiten zu finden und die gesteigerte Feuerkraft möglichst effektiv zu nutzen.


Eine weitere Neuerung ist das Enemy-Capture-System, das zusätzliche taktische Möglichkeiten eröffnet. Gegner lassen sich auf bestimmte Weise für die eigenen Angriffe nutzen und können dadurch helfen, die Gefahren eines Levels zu beseitigen. Zusammen mit den bekannten Elementarzaubern entsteht so ein abwechslungsreiches Arsenal, das zum Experimentieren einlädt. Wer unterschiedliche Angriffsmöglichkeiten miteinander kombiniert, kann besonders effektive Strategien entwickeln und auch schwierigere Passagen meistern.


Insgesamt wirkt High Tension! noch etwas dynamischer und abwechslungsreicher als der Vorgänger. Die Action bleibt durchgehend flott, während die neuen Mechaniken dafür sorgen, dass erfahrene Spieler zusätzliche Möglichkeiten zum Experimentieren erhalten. Gleichzeitig ist der Titel nicht ausschließlich für Spezialisten gedacht. Die eigene Feuerkraft fällt durchaus kräftig aus, und die Gegner setzen zu Beginn eher auf gezielte Angriffe als auf die extrem dichten Projektilmuster mancher Bullet-Hell-Shooter. Dadurch können auch Spieler, die bislang wenig Erfahrung mit dem Genre gesammelt haben, einen Zugang finden. Im späteren Spielverlauf zieht der Schwierigkeitsgrad allerdings spürbar an, insbesondere wenn man möglichst ohne zusätzliche Continues durchkommen oder hohe Punktzahlen erreichen möchte.


Grafisch bleibt die Fortsetzung dem Stil des Vorgängers treu. Die farbenfrohen Umgebungen, die niedlichen Figuren und die magischen Effekte passen hervorragend zum Charakter der Reihe. Auch musikalisch wird die actionreiche Präsentation gelungen unterstützt. Die japanische Sprachausgabe unterstreicht den typischen Anime-Charme, während die Bildschirmtexte auf Englisch zur Verfügung stehen. Wer eine deutsche Übersetzung erwartet, muss sich allerdings mit dieser Sprachbarriere arrangieren. Für das Verständnis der grundlegenden Spielmechaniken ist das weniger problematisch, bei den Dialogen und der Geschichte sind Englischkenntnisse jedoch hilfreich.
Mit seinen sieben umfangreichen Levels, den verschiedenen spielbaren Figuren und den zusätzlichen Herausforderungen bietet Cotton Reboot! High Tension! genügend Anreize für wiederholte Durchgänge. Neben dem Story-Modus stehen auch klassische Arcade-Herausforderungen und ein Time-Attack-Modus zur Verfügung. Gerade das Streben nach höheren Punktzahlen macht einen wesentlichen Teil des Spielspaßes aus. Wer nur einmal das Ende erreichen möchte, wird zwar ebenfalls unterhalten, das volle Potenzial entfaltet sich jedoch erst dann, wenn man sich intensiver mit den unterschiedlichen Systemen beschäftigt.


Zwei gelungene Shoot-’em-ups für Arcade-Fans


Im direkten Vergleich zeigen sich die Stärken beider Spiele besonders deutlich. Cotton Reboot! ist der ideale Einstieg in die modernisierte Version der Reihe. Das Spiel verbindet klassische Arcade-Action mit einer zeitgemäßen Präsentation und bietet durch die verschiedenen Modi auch einen interessanten Blick auf die Geschichte des Originals. Die Steuerung ist schnell verinnerlicht, das Kristallsystem sorgt für taktische Entscheidungen und der Fever-Modus belohnt geschicktes Vorgehen. Wer ein klassisches Shoot-’em-up mit viel Charme sucht, erhält hier ein rundes Gesamtpaket.


Cotton Reboot! High Tension! setzt dagegen stärker auf Weiterentwicklung und zusätzliche Möglichkeiten. Die neuen Figuren, das Enemy-Capture-System und vor allem die Over-Tension-Mechanik sorgen für mehr spielerische Tiefe. Das Risiko-Belohnungs-Prinzip bringt zusätzliche Spannung in die Gefechte und macht die Jagd nach hohen Punktzahlen noch interessanter. Gleichzeitig bleibt der Titel seinem Vorgänger in vielen Bereichen treu, sodass Fans nicht erst ein völlig neues Spielprinzip erlernen müssen.


Beide Spiele profitieren von ihrem unverwechselbaren Stil. Die niedliche Fantasywelt, die sympathischen Figuren und die farbenfrohen Effekte bilden einen reizvollen Kontrast zur hektischen Action auf dem Bildschirm. Dabei handelt es sich keineswegs um reine Wohlfühlspiele, denn wer erfolgreich sein möchte, muss schnell reagieren, Gegnerbewegungen einschätzen und die eigenen Fähigkeiten sinnvoll einsetzen. Genau diese Mischung aus Zugänglichkeit und anspruchsvollem Punktesystem macht den Reiz der Cotton-Reihe aus.


Fazit: 

Mit Cotton Reboot! und Cotton Reboot! High Tension! erhalten PS5-Spieler zwei unterhaltsame Shoot-’em-ups, die klassische Arcade-Tugenden mit einer charmanten Präsentation verbinden. Der erste Teil überzeugt durch seine gelungene Modernisierung des Klassikers, die Wahl zwischen neuer und originaler Grafik sowie die abwechslungsreichen Spielmodi. Die Fortsetzung baut auf diesen Stärken auf und ergänzt sie um neue Figuren, zusätzliche Angriffsmöglichkeiten und ein spannendes Over-Tension-System, das für noch mehr Dynamik sorgt. Beide Titel eignen sich sowohl für erfahrene Fans horizontal scrollender Shooter als auch für neugierige Einsteiger, die sich an das Genre herantasten möchten. Wer farbenfrohe Action, einen hohen Wiederspielwert und die Jagd nach immer besseren Punktzahlen schätzt, sollte Cotton unbedingt eine Chance geben. Besonders im Doppelpack ergänzen sich die beiden Spiele hervorragend und zeigen, warum die kleine Hexe seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Figuren des japanischen Cute-’em-up-Genres zählt.